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Kreativbranche in Corona-Krise : Mit dem Rücken zur Wand

Will das Hilfspaket für Solo-Selbständige beanspruchen: Fotograf Dirk Beichert Bild: Dirk Beichert

Die Kreativbranche wird von der Coronakrise hart getroffen. Viele Unternehmen im Großraum Frankfurt stehen schon jetzt vor dem Aus.

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          Eigentlich hätte es jetzt so richtig losgehen sollen. Als Discjockey hatte der Hanauer Christian Rindermann im „Fortuna Irgendwo“, einem neuen Nachtclub im Frankfurter Ostend, nicht nur beim Eröffnungsfest, sondern regelmäßig auflegen sollen. Doch der fertig eingerichtete, für ein langes Eröffnungswochenende herausgeputzte Club bleibt geschlossen – für wie lange, das will sich Rindermann gar nicht ausmalen. Alle seine Gigs als DJ bis in den Sommer hinein wurden abgesagt, rund 9000 Euro Einnahmen gehen dem House-DJ dadurch flöten.

          Alexander Jürgs

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Rindermanns zweites berufliches Standbein ist eine Kommunikationsagentur, für die er Konzepte erarbeitet und als Redakteur arbeitet. Auch dort ist die Krise längst angekommen. „Alle Aufträge stehen on hold“, sagt Rindermann. Die Agentur arbeitet für Kunden aus dem Mittelstand, für Kulturveranstalter, für Gastronomen, Anwälte, Ärzte und Handwerker. Zu den wichtigsten Kunden zählen die längst abgesagten Hanauer Brüder-Grimm-Festspiele. Die Agentur produziert Hörspiel-CDs für das Theaterfestival – doch auch die wird es in diesem Jahr nicht geben. „Mir wird schwindlig, wenn ich mir ausmale, wie das alles weitergeht“, sagt Rindermann.

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