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Millionenverlust für Fraport : Bittere Botschaft vom Flughafen

Reisende mit Gepäck in der Abflughalle im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens Anfang Juli 2020 Bild: dpa

Auf einen Impfstoff können weder Fraport noch die übrige Luftverkehrswirtschaft warten. Die Ignoranz vieler Zeitgenossen in Deutschland ist gefährlich – auch beim Fliegen.

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          Ohne den Abbau von 3000 bis 4000 der 22.000 Stellen in Frankfurt und eine neue, schlankere Kostenstruktur wird die Fraport AG auch dann an die Grenzen ihrer Liquidität gelangen, wenn sich das noch sehr verhaltene Wachstum der Luftverkehrszahlen fortsetzt und sich die Corona-Pandemie nicht mehr weiter zuspitzt. Das ist die bittere Botschaft der Halbjahresbilanz, die der Flughafenbetreiber am Dienstag präsentiert hat.

          Es ist nicht das erste Mal seit Beginn der Krise, dass Vorstandschef Stefan Schulte einen Arbeitsplatzabbau in dieser Größenordnung als Konsequenz genannt hat. Er hat den Plan nur noch konkretisiert und dabei auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen, wenn das Ziel nicht allein mit sozialverträglichen Maßnahmen erreicht wird, worunter Abfindungen, Vorruhestandsregelungen und dergleichen zu verstehen sind.

          Der Flughafen als Jobmotor ist jedenfalls erst einmal Geschichte. Es geht nun darum, möglichst viele der bisher rund 80.000 Stellen in etlichen hundert Unternehmen am Flughafen über die Krise zu retten. Auch beim Flughafenbetreiber funktioniert das derzeit nur noch mit dem so wichtigen Instrument der Kurzarbeit.

          Doch angesichts der Prognose Schultes, dass die Passagierzahlen in Frankfurt auch in zwei bis drei Jahren noch 15 bis 20 Prozent unter den Höchstwerten von 2019 liegen werden, bedeutet dies, dass Fraport mit schlankerer Kostenstruktur und deutlich weniger Mitarbeitern starten wird in die sogenannte neue Normalität mit Corona. Die Zeit, auf einen Impfstoff zu warten, hat Fraport, hat auch die Luftverkehrswirtschaft nicht.

          Und selbst dieser alles andere als euphorische Ausblick für Fraport wird nur dann Wirklichkeit, wenn es gelingt, mit dem Infektionsrisiko umgehen zu lernen – auch beim Fliegen. Die Gefahr der Ignoranz vieler Zeitgenossen in Deutschland und anderswo, was den Schutz für sich und andere vor dem potentiell tödlichen Coronavirus angeht, ist auch vor diesem ökonomischen Hintergrund gar nicht hoch genug einzuschätzen. Diese Art der Realitätsverweigerung ist in jeder Hinsicht gemeingefährlich und sollte in Zukunft entschiedener bekämpft werden.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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