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Messe Inter Dive hat Premiere : Aufgetaucht in Frankfurt

Probelauf: Joachim Schricke (links) freut sich über die Premiere der Messe Inter Dive in Frankfurt und über Interesse an seinen Trockenanzügen Bild: Wonge Bergmann

In Frankfurt ist erstmals die Inter Dive zu erleben. Die noch überschaubare Schau will zur Weltleitmesse für Taucher werden und Las Vegas ablösen.

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          Eine Messehalle ist kein Karibik-Strand. Trotzdem sitzt Walter Harscher im T-Shirt und barfuß in Sandalen an seinem Messestand und lauscht karibischen Klängen, um der eher nüchternen Kälte der Halle wenigstens etwas Urlaubsflair entgegenzusetzen. Schließlich spielt sich der Tauchsport weniger an deutschen Seen als vielmehr zum Beispiel in der Karibik oder auch in der Südsee ab. Dennoch glaubt Harscher, dass die Binnenstadt Frankfurt genau der richtige Ort für eine Tauchmesse ist. Seit Mittwoch findet deshalb in der Messehalle 11 erstmals die Inter Dive statt. Harscher will sie in dieser Stadt zur Weltleitmesse der Branche aufbauen.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am ersten Tag ist in den Gängen der Messe wenig los. An den meisten Ständen stehen nur die Mitarbeiter beieinander: Hier ein Reiseveranstalter von Tauchurlauben, da ein Anbieter von Anzügen, dort ein Verkäufer von speziellem Schmuck für Tauchfreunde, daneben ein Gemeinschaftspavillon von Tourismusregionen und Hotels in Indonesien.

          Stagnation auf hohem Niveau

          Dazwischen steht Rolf Richter am Stand des Verbands Deutscher Sporttaucher. Richter ist Präsident des Hessischen Tauchsportverbands, der 7000 Mitglieder in 90 Vereinen zählt. Der Tauchsport stagniere derzeit auf hohem Niveau, sagt Richter, dessen Verband seinen Sitz gegenüber vom Frankfurter Waldstadion hat. Auf der Messe wollen die Sporttaucher Präsenz zeigen und mit den kommerziellen Anbietern etwa von Reisen im Gespräch bleiben. Denn in den Vereinen würden meist neue Taucher ausgebildet. „Im Schwimmbad wird trainiert, im See die Ausbildung absolviert, um dann das Meer zu genießen“, sagt Richter. Dass es in der Rhein-Main-Region keine Tauchseen gebe, sei zwar schade, aber kein Problem, schließlich veranstalte man auch Fahrten ans Meer.

          Dass es mit der Inter Dive nun eine Messe auf dem großen Frankfurter Gelände gibt, begrüßt Richter. Früher, erzählt Walter Harscher, habe die Inter Dive immer gemeinsam mit der Interboot in Friedrichshafen am Bodensee stattgefunden, sei dort aber eher untergegangen unter dem Publikumsinteresse für teure Yachten und Sportboote. „Das passt eigentlich gar nicht zum Tauchen“, findet Harscher, der von der „Freiheit und Ruhe in einem ganz anderen Medium“ schwärmt und mit seiner Messe auch Schnorchler ansprechen will. Harscher ist Inhaber des Reiseveranstalters Reisecenter Federsee, deren Tochter das Unternehmen Inter Dive ist, die wiederum die Messe ausrichtet. Seit sieben Jahren findet die Schau eigenständig in Friedrichshafen statt, im vergangenen Jahr wurden 15.000 Besucher und 212 Aussteller gezählt.

          20.000 bis 30.000 Gäste erhofft

          In Frankfurt bezeichnete Harscher die Premiere mit 156 Ausstellern als sehr erfolgreich, erhofft sich bis Sonntag zwischen 20.000 und 30.000 Gäste – die bisherige Branchenleitmesse Dema in Las Vegas zählt etwa 40.000 Besucher. Harscher ist überzeugt von Frankfurt als Pflaster für die Tauchschau, weil die Stadt zentral liege, die Messegesellschaft ein guter Ansprechpartner sei und weil durch den Flughafen Anbieter aus aller Welt anreisen könnten – so wie in diesem Jahr etwa aus Kuba, Zypern, Malta und den Philippinen.

          Auch Joachim Schricke gefällt die Idee, dass Frankfurt künftig einmal im Jahr abtaucht in die Welt von Atemgeräten, Unterwasserkameras und Tauch-Trips in fremde Länder. Schricke hat in Dreieich einen Laden, wo er unter anderem Tauchausrüstung verkauft. Zwar seien seine Produkte etwas teurer als andere im Internet, aber dafür setzt er auf intensive Beratung, schließlich müsse gerade beim Tauchen alles perfekt passen. Deshalb findet er den direkten Kontakt zu Kunden auf der Messe gut. „Ich glaube, die Inter Dive könnte sich in Frankfurt etablieren.“

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