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Patricia Andreae (cp.)

Weitere Absagen : Bittere Medizin für die Messe Frankfurt

Corona-Modus: In der Frankfurter Festhalle ist ein Impfzentrum eingerichtet worden. Bild: Frank Röth

Es ist nachvollziehbar, dass die Messe Frankfurt auch im zweiten Quartal keine Schauen in der Heimat organisiert. Vermutlich ist es die einzige Medizin, die vielleicht zu einer Besserung der Lage im Sommer verhelfen kann.

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          Statt der bunten Vielfalt edler Stoffe dominiert in der Frankfurter Festhalle steriles Weiß. Der historische Prachtbau auf dem Messegelände ist zum Impfzentrum umfunktioniert. Da, wo sonst das Herz des Frankfurter Messe- und Veranstaltungsgeschehens schlägt, wird jetzt dafür gesorgt, dass es nicht endlos stillsteht.

          Doch es braucht Zeit, bis so viele Menschen geimpft sind, dass niemand fürchten muss, im Fall einer schweren Erkrankung keinen Platz in einer Klinik zu bekommen. Zeit, die für viele, die direkt oder indirekt mit dem Messe- oder Veranstaltungsgeschäft zu tun haben, bleiern erscheint. Sie fragen sich, ob es wirklich nötig war, die in den April und Mai verschobenen Ausstellungen jetzt auch noch abzusagen. Schließlich wäre es ja möglich, dass bis dahin viele geimpft sind und die Ansteckungszahlen sich deutlich verringert haben. Möglich ja, aber gewiss ist es keineswegs.

          In einer solchen Situation möchte wohl kaum ein Unternehmen Flächen buchen und einen Messebauer beauftragen, einen Stand für ihn zu errichten. Zudem können Unternehmen aus dem Ausland nicht sagen, ob ihre Verkaufs- oder Einkaufsteams in einigen Wochen überhaupt nach Frankfurt reisen können – und auch wieder zurück. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine Messe. Einmal abgesehen davon, dass all die formelleren oder informellen Treffen, die zu einer solchen Leistungsschau dazugehören, vermutlich nur in geringem Umfang und unter starken Einschränkungen möglich wären.

          Es ist also nachvollziehbar, dass die Messegesellschaft sich gezwungen sah, auch im zweiten Quartal keine Schauen zu organisieren und statt dessen auf ihre digitalen Plattformen zu verweisen. Auch wenn das für all jene in Hotels, Gastronomie, Taxi-, Messebau- und Veranstaltungsgeschäft, die gehofft hatten, wenigstens dann wieder Umsätze machen zu können, eine bittere Pille ist. Aber vermutlich ist es die einzige Medizin, die vielleicht zu einer Besserung der Lage im Sommer verhelfen kann.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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