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Trotz Corona-Pandemie : Mehr Innovationen in Unternehmen

Neugeschäft: Mit Plexiwänden erweiterte mancher sein Angebot. Bild: Reuters

Die Pandemie hat dafür gesorgt, das so manche Unternehmen geplante Neuerungen zurückgestellt haben. Andere haben gerade deshalb ihr Angebot erweitert und ihr Angebot erweitert.

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          Die Pandemie mit ihren Einschränkungen und Lockdowns in vielen Geschäftsfeldern hat dazu beigetragen, dass Unternehmen Investitionen in Erneuerungen und Verbesserungen von Produktion und Abläufen aufgeschoben oder gar nicht erst geplant haben. Das geht aus dem vom hessischen Wirtschaftsministerium veröffentlichten Report hervor, der auf dem vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) erstellten Betriebspanel basiert. Darin werden auf der Grundlage einer Befragung von 1200 hessischen Betrieben in der Zeit von Juli bis November 2021 die Innovations- und Veränderungsprozesse in den hessischen Betrieben vor und während der Corona-Krise analysiert.

          Patricia Andreae
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „In Zeiten des schnellen technologischen Wandels sind betriebliche Innovationen wichtig für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze“, heißt es in dem IAB-Report. Daher dürfte man mit Sorge sehen, dass nur in knapp zwei von fünf hessischen Betrieben Innovationen umgesetzt wurden. Zudem stieg laut IAB der Anteil jener Betriebe, die zwar Innovationen geplant, dann aber aufgeschoben haben, von fünf Prozent in 2018 auf zwölf Prozent in 2020.

          Trotz Pandemie mehr Innovationen

          Das Risiko war angesichts der pandemiebedingten Unsicherheit mit 31 Prozent das am häufigsten genannte Hindernis, dicht gefolgt von organisatorischen Problemen, hohen Investitionskosten und dem Mangel an Fachpersonal. Gerade Letzteres dürfte sich angesichts der abklingenden Pandemieeffekte und der fortschreitenden demographischen Entwicklung als immer zentraler werdendes Innovationshindernis erweisen, heißt es in dem IAB-Bericht.

          Trotz dieser hohen Zahlen gibt es aber auch Lichtblicke: So ist der Anteil der Betriebe mit Innovationen im Jahr 2020 tatsächlich insgesamt angestiegen. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Betriebe geplante Innovationen verschoben haben, um stattdessen mit anderen, ungeplanten Aktivitäten auf die akuten Anforderungen im Zuge der Pandemie zu reagieren, mutmaßen die IAB-Experten.

          Neugestaltung von Beschaffungs- und Vertriebswegen

          Beispiele dafür könnten die Produktion von Trennscheiben für Verkaufstresen oder der Betrieb von Teststationen sein. Auch Verfahrensinnovationen zur Verbesserung von Produktionsprozessen oder das Angebot von Dienstleistungen waren nach den Erkenntnissen des IAB im ersten Pandemiejahr so verbreitet wie nie zuvor.

          In Handel und Reparatur tätige Betriebe priorisierten die Erweiterung ihrer bereits am Markt existierenden Produkte beziehungsweise Dienstleistungen. Besonders viele Betriebe aus dem verarbeitenden Gewerbe setzten hingegen auf die Verbesserung ihres Angebots. Im Baugewerbe waren dagegen die wenigsten Innovationen zu verzeichnen.

          Zugenommen hat, dass Betriebe, die wirtschaftlich von der Pandemie betroffen waren, häufig Beschaffungs- und Vertriebswege neu gestalteten oder mehr auf Eigenanfertigung setzten. Ein Drittel der hessischen Betriebe hat zwischen 2019 und 2021 Veränderungen in den Strukturen vorgenommen. Jeder zehnte Betrieb reorganisierte laut IAB seine Organisationsbereiche, was einem Anstieg auf das höchste Niveau seit Erfassungsbeginn entspricht.

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