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Maschinenbau : Lohnverzicht und Mehrarbeit statt Kündigungen bei MAN Roland

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Die Beschäftigten von MAN Roland in Offenbach werden mehr arbeiten als bisher und verzichten auf Lohnerhöhungen sowie auf einen Teil des Urlaubsgelds. Im Gegenzug sieht der Druckmaschinenhersteller bis 2006 von Kündigungen ab.

          Das Monate lange Zittern um die Arbeitsplätze des Druckmaschinenherstellers MAN Roland am Standort Offenbach hat ein Ende. Die Betriebsparteien einigten sich auf bis zu vier Stunden Mehrarbeit, von denen drei je nach Geschäftserfolg von 2006 an rückwirkend bezahlt werden. Außerdem nehmen die Arbeitnehmer Kürzungen beim Urlaubsgeld in Kauf und verzichten vorübergehend auf Lohnerhöhungen. Im Gegenzug sind betriebsbedingte Kündigungen der rund 2.500 Beschäftigten bis 2006 ausgeschlossen, bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch in Augsburg. Der Bereich Bogenmaschinen wird nicht wie angedroht ausgegliedert.

          Die Abmachung wurde überwiegend im Rahmen eines Ergänzungstarifvertrags getroffen. Nach Angaben des Offenbacher Betriebsratschefs Günter Schuster können dadurch bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr an Personalkosten eingespart werden. „Wir haben jetzt bis 2006 Ruhe“, meinte Schuster erleichtert. Die Sprecherin betonte, MAN Roland können sich nun wieder „auf Geschäfte und Märkte konzentrieren“.

          Wochenarbeitszeit kann bei Bedarf auf 39 Stunden steigen

          Zusätzlich zu drei Stunden Mehrarbeit, die auf einem Arbeitskonto verbucht werden, wurde auf betrieblicher Ebene vereinbart, daß die bisher einkalkulierte Arbeitsstunde für den Weg von der Stempeluhr zum Arbeitsplatz - die internen Wegstrecken in den Werken gelten als besonders lang - nicht mehr bezahlt wird. Die Wochenarbeitszeit steigt damit insgesamt je nach Auftragslage von 35 auf maximal 39 Stunden. Die Vereinbarung gilt noch nicht für die kleineren Standorte Mainhausen und Geisenheim, die dem Kompromiß erst nach Ablauf einer Frist zugestimmt hatten.

          MAN Roland hatte damit gedroht, im Falles eines Scheiterns der Verhandlungen bis zu 700 Stellen nach Polen zu verlagern. Offenbachs Oberbürgermeister Gerhard Grandke schaltete sich vermittelnd in die Gespräche ein. Die Druckmaschinen-Sparte mit großen Produktionswerken in Offenbach, Augsburg und Plauen gilt als Sorgenkind des Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzerns MAN. Im vergangenen Jahr war ein Verlust nach Steuern von 38 Millionen Euro angefallen, der Umsatz lag bei 1,516 Milliarden Euro.

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