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Luftfahrt : München wirbt weiter um A-380-Werft der Lufthansa

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"Wann immer die Lufthansa die A-380-Werft braucht, wird sie fertig sein." Der Luftfahrtkonzern mit Heimatbasis Frankfurt wird diesen Satz erfreut zur Kenntnis nehmen. Er stammt allerdings nicht vom Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG.

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          "Wann immer die Lufthansa die A-380-Werft braucht, wird sie fertig sein." Der Luftfahrtkonzern mit Heimatbasis Frankfurt wird diesen Satz erfreut zur Kenntnis nehmen. Er stammt allerdings nicht vom Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG. Gesagt hat ihn am Donnerstag vielmehr ein Sprecher des Flughafens München - in Reaktion auf den Beschluß des hessischen Verwaltungsgerichtshofs, den Regionalplan 2000 für nichtig zu erklären. Dieser Plan gilt als eine rechtliche Voraussetzung für den Bau jener Wartungshalle wie für die Erweiterung des Frankfurter Flughafens insgesamt.

          Offiziell rechnet die Lufthansa weder für den Ausbau des Flughafens selbst mit einer weiteren Verzögerung noch mit Zeitverlusten beim Bau der Werft im Süden des Flughafens. "Wir gehen fest davon aus, daß der Ausbau und die Werft realisiert werden", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Für die A-380-Wartungshalle gebe es keinen "Plan B", heißt es, auch nicht die Variante, die Werft in München statt in Frankfurt zu errichten. "Es gibt keine Parallelplanung", hebt man bei der Lufthansa hervor; man habe sich klar zu Frankfurt bekannt und sehe keinen Grund, davon abzurücken. Wenn es die Verantwortlichen in Land und Kommunen aber nicht schafften, das Ausbauprojekt in die Tat umzusetzen, wäre dies - angesichts der internationalen Bedeutung des Luftdrehkreuzes Frankfurt - "ein Armutszeugnis" für die ganze Region.

          In München wird dies bestätigt: Schriftliche Anfragen der Lufthansa im Zusammenhang mit einer Wartungshalle für den A380 lägen nicht vor. Der Flughafen München habe dem Luftfahrtkonzern allerdings ein solches Angebot unterbreitet. Aus gut informierten Kreisen heißt es gleichwohl, man habe - mündlich - durchaus schon gemeinsam alle denkbaren Möglichkeiten "durchgespielt", die Werft am Flughafen der bayerischen Metropole anzusiedeln.

          Nach Angaben der Münchner sind - bis auf die Baugenehmigung selbst - sämtliche planungs- und genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für die gewaltige Halle gegeben. Auch ein Areal liege bereit - unmittelbar neben dem bestehenden Lufthansa-Hangar, voll erschlossen und schon mit dem Rollbahnensystem verbunden. Zur Zeit hält hier BMW noch Fahrerlehrgänge ab. Man müsse nicht einmal neu bauen, wirbt der Sprecher des Münchener Flughafens weiter. Man könne beispielsweise auch die bestehende Lufthansahalle erweitern oder einen der danebenliegenden Hangars umbauen. Immerhin ist der Flughafen München für die Lufthansa inzwischen weit mehr als nur eine strategische Ausweichmöglichkeit für den Fall von Kapazitätsengpässen in Frankfurt: Das Unternehmen spricht längst von "zwei gleichberechtigten Drehkreuzen".

          Die Fraport AG hält sich derzeit bedeckt und sieht vor allem die hessische Landesregierung in der Pflicht. Der Flughafenbetreiber befürchtet aber nach eigenem Bekunden nicht, daß es nach der Aufhebung des Regionalplans 2000 zu Verzögerungen beim Bau der neuen Landebahn oder der Werft für den Airbus 380 komme. Gleiches teilt auch das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden mit: Keine Gefahr für den Ausbau und den Zeitplan, heißt es dort. JOCHEN REMMERT

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