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Lehman-Pleite : „Die Finanzkrise ist wie ein Virus“

Ausgezogen: 150 Mitarbeiter der damals viertgrößten Investmentbank der Welt arbeiteten vor der Krise in dem Gebäude am Frankfurter Rathenauplatz. Bild: Franz Bischof

Die Lehman-Pleite hat in Frankfurt Spuren hinterlassen. Finanzprofessor Michael Grote erklärt, dass davon nicht nur Banken betroffen sind. Sondern auch Gefahren für die Gesellschaft drohen.

          3 Min.

          Würden Sie Ihr Geld darauf verwetten, dass es auf absehbare Zeit keine Finanzkrise mehr gibt?

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nein, auf keinen Fall. Eine Lektion, die wir nach Lehman gelernt haben, ist, dass Finanzkrisen immer wieder auftauchen können und werden. Bloß wissen wir nicht, wo und wann sie entstehen. Auch 2008 hat niemand auf den amerikanischen Subprime-Markt geschaut. Weder Regulierer, Politiker, Märkte noch Professoren und Journalisten konnten voraussehen, dass hier eine globale Finanzkrise entfacht werden könnte.

          Also sind wir dem hilflos ausgeliefert?

          Das würde ich nicht sagen. Eine Finanzkrise ist wie ein Virus: Man weiß nicht, welches als nächstes kommt, wo es entsteht und ob man davon betroffen ist. Aber wir können uns gesund ernähren, viel schlafen und den Körper so trainieren, dass das Virus entweder an uns abperlt oder die Auswirkungen nicht so schmerzhaft sind.

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