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Lastwagen-Zulieferer : Jost-Aktie hat Aufholpotential

Sicherheitsrelevant: Die Jost-Werke kümmern sich um die Schnittenstellen zwischen Lastwagen und Anhängern Bild: Jost GmbH

Der hessische Lastwagen-Zulieferer Jost gibt sich nach einem Rekordjahr zuversichtlich. Die im SDax gelistete Aktie ist weit vom Bestwert entfernt, wirkt aber günstig und bietet eine schöne Dividendenrendite.

          Der oberste Chef jubelt. „2018 war das beste Jahr in unserer Firmengeschichte“, sagt Lars Brorsen. Schließlich haben die von ihm geführten Jost-Werke so viel Umsatz und Gewinn erzielt wie niemals zuvor. Stützwinden und Sattelkupplungen für Lastwagen stellt das Neu-Isenburger Unternehmen her, also für die Sicherheit wichtige Teile. Kunden sind die großen Lastwagenbauer. Sie kommen an dem 2900 Mitarbeiter zählenden Zulieferer kaum vorbei.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Denn die Hessen decken in Europa nach eigenen Angaben vier Fünftel des Marktes ab, darüber hinaus sind sie in Amerika und Asien unterwegs. Auf all diesen Märkten steigerte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr merklich seine Erlöse, wie es berichtet. Die Dividende für 2018 will der Konzern auf 1,10 Euro je Anteil mehr als verdoppeln. Auch gibt Brorsen sich für 2019 zuversichtlich.

          Vier Prozent Dividendenrendite

          Im Gegensatz dazu steht der Kursverlauf der im Kleinwerte-Index SDax gelisteten Aktie. Sie kostet ein Viertel weniger als vor einem Jahr. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,8 kann sie als günstig gelten. Der SDax ist mit glatt 17 bewertet; Index-Investoren zahlen also für das 17-fache des erwarteten Gewinns je Aktie. Außerdem wirkt bei Jost die Dividendenrendite von 4 Prozent attraktiv – der Index bietet nur 2 Prozent.

          „Alle unsere Regionen haben sich positiv entwickelt“, sagt der Vorstandschef im Rückblick. „Jost konnte seine Unternehmensstrategie erfolgreich umsetzen und schneller als der relevante Markt wachsen“, sekundiert Finanzchef Christian Terlinde.

          Vom starken Dollar profitiert

          In Zahlen gefasst sieht das so aus: Der Umsatz stieg um fast 8 Prozent auf 755,4 Millionen Euro; besonders in Nordamerika legte die Jost-Werke AG zu. Dort wuchsen die Erlöse um 23 Prozent auf 145,6 Millionen, wobei dem Konzern der starke Dollar zupass kam. Auf dem Heimatmarkt Europa ging es um 5 Prozent auf 464 Millionen Euro hoch.

          Das Betriebsergebnis (Ebit) legte um 6,3 Prozent auf 81 Millionen Euro zu und damit schwächer als der Umsatz – wobei aber höhere Stahlpreise sowie gestiegene Personal- und Frachtkosten den Gewinn belasteten, wie es heißt. Durch Automatisierung habe Jost gegengesteuert.

          Marge kaum verändert

          Trotz der Kostenbelastung habe die Profitabilität letztlich kaum gelitten. Die Marge gemessen am Betriebsergebnis stellte sich auf 10,7 Prozent nach 10,9 Prozent vor einem Jahr.

          Umsatz und Gewinn sollen im laufenden Jahr weiter steigen, wie der Vorstand hervorhebt. Zudem will Jost besser als der Markt abschneiden. „Unser Anspruch bleibt es, die erfolgreiche Geschäftsentwicklung 2019 fortzusetzen und sowohl den Umsatz als auch das bereinigte Ebit gegenüber 2018 zu steigern“, hebt Vorstandschef Brorsen hervor.

          JOST WERKE AG INH. O.N.

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          Angesichts dessen steigt der Aktienkurs am Dienstag um bis zu 4 Prozent. Das ist aber für Anleger, die sie länger im Portfolio haben, im Zweifel ein schwacher Trost. Ihr Kurs liegt nämlich bei gut 29 Euro und mithin kaum über dem Preis von 27 Euro, zu dem sie Anleger beim Börsengang 2017 erwarben. Vom ihrem Ende 2017 erreichten Bestwert von 46 Euro ist die Notierung meilenweit entfernt.

          Geschäfts- und Aktienkursentwicklung sind mithin gegenläufig. Aus Sicht von Analysten, die Jost bewerten, ist das Papier mehr oder weniger deutlich unterbewertet: Die Kursziele liegen zwischen 30 Euro (Quirin Bank) und 54 Euro (Commerzbank). Das neueste Votum stammt von Warburg Research und lauten auf „Kaufen“ mit Kursziel 47 Euro.

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