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Ladenöffnungszeiten : „Nur freitags und samstags lohnt es sich“

Kunden müssen sich an uneinheitliche Ladenschlußzeiten gewöhnen Bild: dpa

Der Einzelhandel hat seit Beginn des Monats die Möglichkeit, von montags bis samstags die Ladenöffnungszeiten selbst zu bestimmen. Aber die Händler nutzen die neugewonnene Freiheit nicht völlig aus. Geschlossen wird spätestens um 22 Uhr.

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          Am Freitag abend war noch der Teufel los. Selbst um 21 Uhr ließ sich am Main-Taunus-Zentrum kaum ein Parkplatz finden. Der halbe Taunus schien die neue Freiheit beim Einkauf, die CDU und FDP den Bürgern mit einer beherzten Entscheidung im Landtag beschert hatten, ausnutzen zu wollen. Und alle Geschäfte hatten bis 22 Uhr geöffnet.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Nicht so am Montag. Peek & Cloppenburg - nach 20 Uhr geschlossen. Anson's ebenfalls. H & M und Appelrath & Cüpper auch. Die Einheitlichkeit, von der das Centermanagement gesprochen hatte, von der Fahnen an der vorbeiführenden Bundesstraße 8 künden, von der auf der Homepage die Rede ist - „Wir haben für Sie geöffnet: Mo. - Sa. 9.30 - 22.00 Uhr“ -, ist doch nicht so leicht zu erzielen wie gedacht.

          „Was ist effizient?“

          „Wir haben uns von Standort zu Standort die Kundenfrequenz genau angeschaut“, hieß es in der H & M-Zentrale in Hamburg, „und uns gefragt, was ist effizient?“ Im Falle des Main-Taunus-Zentrums lautete das Urteil: Effizient ist es lediglich, an Freitagen und Samstagen die verlängerten Öffnungszeiten mitzumachen. Sonst wird um 20 Uhr abgeschlossen. Bei den anderen Konzernen gab man sich zugeknöpfter. Fest steht aber offenbar: Eine Ladenöffnung bis 22 Uhr soll es nur am Wochenende geben.

          An uneinheitliche Ladenschlußzeiten werden sich die Kunden also gewöhnen müssen. Auch auf der Zeil in Frankfurt haben sich die großen Häuser für unterschiedliche Lösungen entschieden. In den großen Zentren pflegen hingegen die Öffnungszeiten vom örtlichen Management vorgegeben zu werden. Müssen diejenigen, die nicht mitmachen, Konventionalstrafe zahlen? „Ach, da gibt es so viele verschiedene Verträge“, sagt ein Kenner des Main-Taunus-Zentrums.

          Dabei hat zumindest der Kaufhof mit der Spätöffnung bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht. Der Freitag und der Samstag seien sehr stark gewesen, sagt Geschäftsführer Günter Schwanitz, der Montagabend sei zwar etwas schwächer ausgefallen, aber Umsatz habe man trotzdem noch erzielt. Und bei einem Gang um 21 Uhr durchs Zentrum habe er festgestellt, daß in allen Geschäften, auch den kleineren, Kundschaft gewesen sei. Immerhin: Die langen Öffnungszeiten hat das Management nur bis Ende Dezember vorgegeben. Danach sind lange Abende auch im Main-Taunus-Zentrum nur von donnerstags bis samstags vorgesehen.

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