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Kriminalität : Abermals Gammelfleisch im Raum Frankfurt gefunden

  • Aktualisiert am

Aus dem Frankfurter Kühlhaus wird gefrorenes Fleisch abtransportiert Bild: picture-alliance/ dpa

Abermals ist in Hessen Gammelfleisch gefunden worden: 320 Kilo Rindfleisch aus dem vom Veterinäramt untersuchten Frankfurter Kühlhaus sind ungenießbar. Auch im Main-Taunus-Kreis wurden Kontrolleure fündig.

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          Zum wiederholten Mal ist in Hessen Gammelfleisch gefunden worden: 320 Kilogramm Rindfleisch aus dem seit Montag vom Veterinäramt untersuchten Frankfurter Kühlhaus sind ungenießbar. Das berichtete die städtische Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) am Donnerstag.

          Veterinäre des Main-Taunus-Kreises haben auch in einem Kühlhaus 2,9 Tonnen überlagerte Tiefkühllebensmittel gefunden. Nach einer Mitteilung des Kreises vom Donnerstag handelte es sich um Straußenfleisch aus Neuseeland und Südafrika, Rinderbraten, Putenfleisch, Fisch, Sellerie und gegrillte Zucchini. Das Mindesthaltbarkeitsdatum war laut Etikett bis zu 27 Monate überschritten. 24 Proben seien ins Hessische Landeslabor nach Wiesbaden geschickt worden. Gegen das Lagerunternehmen bestehe der Anfangsverdacht auf einen Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz.

          Am Vortag hatte das Umweltministerium in Wiesbaden mitgeteilt, daß sich die im Rhein-Main-Gebiet - außerhalb Frankfurts - sichergestellten 370 Kilogramm Rindfleisch als vergammelt erwiesen hätten. Dieses Fleisch stammte nach Angaben des Ministeriums aus dem Münchner Betrieb, der im Zentrum des derzeitigen Gammelfleischskandals in Bayern steht. Die in Frankfurt gefundene Menge kam aus Litauen.

          90 Tonnen sichergestellt

          Dezernentin Rottmann berichtete, das Fleisch in Frankfurt sei bereits vor einer Woche bei einer Routinekontrolle entdeckt und dann untersucht worden. Daraufhin habe die intensive Kontrolle des ganzen Kühlhauses am Montag begonnen. Bisher seien in dem Kühlhaus rund 90 Tonnen Waren sichergestellt worden. Aber erst die Hälfte des eingelagerten Gutes habe untersucht werden können.

          Am Mittwoch seien erneut 10.000 Kilo Rindfleisch mit Mängeln sowie 20.000 Kilo Schweinebacken sichergestellt worden. Insgesamt seien in dem Mietkühlhaus 20 Firmen betroffen. Die Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchungen im Wiesbadener Zentrallabor würden erst Anfang der kommenden Woche vorliegen.

          Rottmann forderte vom Land Hessen deutlich mehr Personal für die Lebensmittelkontrolle. Seit April 2005 sei die Lebensmittelkontrolle an die Kommunen übergegangen, aber das Land müsse nach dem Konnexitätsprinzip („Wer bestellt, bezahlt“) das Personal bezahlen. Sie warf dem Land vor, vor der Kommunalisierung dieser Aufgabe das Personal deutlich gekürzt zu haben.

          Ein Kontrolleur für 840 Betriebe

          Beim Personalhöchststand der Lebensmittelkontrolle in der Hand des Landes seien auf jeden Kontrolleur 530 Betriebe gekommen. Bei der Übergabe der Lebensmittelkontrolle an die Kommunen seien es 840 Betriebe je Kontrolleur gewesen. Zudem seien die Ämter technisch völlig unzureichend ausgestattet gewesen. Die Ausstattung könne man „auch als museal bezeichnen“.

          Der Leiter des Frankfurter Veterinäramtes, Fritz Merl, sagte, das „Nadelöhr bei der Kontrolle der Kühlhäuser“ sei die Einlagerung der Ware. Es gebe genug technische Möglichkeiten, diese zu dokumentieren, sagte Rottmann, „nur gibt es die Pflicht dazu nicht“. Merl berichtete, daß während der laufenden Untersuchung in dem Kühlhaus am Mittwoch 20 Tonnen Schweinebacken aus Polen eingelagert worden seien, die sensorisch nicht in Ordnung waren.

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