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Rabattaktionen : Einfach unwiderstehlich

  • -Aktualisiert am

Kundenbindung: Mit einer ausgefeilten Rabattaktion sorgt Karstadt dafür, dass Kunden bald wiederkommen müssen. Bild: Wonge Bergmann

Geld ausgeben um zu sparen. Der Kunde und die Jagd auf Rabatte.

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          Um 20 Euro Rabatt zu bekommen, muss ich noch einmal 13 Euro ausgeben. Also erwerbe ich bei Karstadt in Frankfurt ein Hemd für 39 Euro. Wie clever! Denn erst bei 100 Euro Einkauf gibt es den Rabatt. Das geschah vor einer Woche, als die Odenwälder Verwandtschaft mal eben über die Zeil bummeln wollte. Dabei erledige ich bei Karstadt meine Besorgungen, erstehe einen Pullover und mehrere Unterhemden, komme auf 87 Euro. Doch überall findet sich der Hinweis, es gebe auf jeweils 100 Euro einen Gutschein in Höhe von 20 Euro.

          Unwiderstehlich! Nicht richtig das Kleingedruckte gelesen: eintauschbar bis zum 25. November in allen Filialen. Die Verwandtschaft findet ebenfalls bei Karstadt einen günstigen Mantel und einen Pullover, bleibt aber bei ärgerlichen 190 Euro stehen. Also muss noch eine Unterhose her, um die 200 Euro und die 40 Euro Rabatt zu erreichen. Da aber die Odenwälder zu Hause keine Karstadt-Filiale in der Nähe haben, reichen sie den 40-Euro-Gutschein großzügig weiter und stecken dafür 30 Euro bar ein. Geschenkt!

          Leichte Zweifel am Rabattgeschäft

          Jetzt bricht der Rabatt-Stress aber erst richtig aus, denn der 25. November kommt plötzlich und unerwartet, und 60 Euro dürfen einfach nicht verfallen. Ab zu Karstadt ins Main-Taunus-Zentrum. Schon vorher überlegt, dass in der Küche ein Glasbehälter samt Deckel zum Überbacken fehlt. Muss ja nicht so teuer sein. Während die Partnerin vergeblich nach einer passenden Hose sucht, gehe ich in die Haushaltsabteilung, finde nach längerer Suche eine beschichtete Pfanne, mit 49 Euro ist sie sogar recht günstig, der Glasdeckel hält im Backofen bis 180 Grad. An der Kasse erst einmal Kopfschütteln: Zwei Rabattscheine lassen sich schon gar nicht summieren, so stehe es im Kleingedruckten. Also rücke ich den 40-Euro-Gutschein heraus, zahle neun Euro zu und spüre ganz leichte Zweifel wachsen an dem günstigen Rabattgeschäft.

          Aber immer noch sind 20 Rabatt-Euro übrig. Und dieses Geld kostet jetzt Zeit, weil die Idee fehlt, wie es gewinnbringend anzulegen ist. Wir laufen genervt herum, finden nichts auf die Schnelle: Mützen gefallen nicht, ein Rolli ist nicht in der richtigen Farbe da, und ein Hemd will ich nicht schon wieder. Und falsch machen wollen wir eigentlich auch nichts. Also schlagen wir schließlich risikolos zu und tauschen den Gutschein gegen warme Damensocken ein, die in der Summe die 20-Rabatt-Euro gerade überschreiten. Wer so hinter Rabatten herjagt, dabei dem eigenen Geiz nicht widerstehen kann, wird reich, wenn auch nur an Erfahrung.

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