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Klimaschutz : Hessen will mehr grünen Wasserstoff für die Energieversorgung

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Wertvoll: Wasserstoff weckt Hoffnungen. Bild: dpa

Wasserstoff weckt viele Hoffnungen: Hessen will deshalb Projekte vorantreiben. Eine Patentlösung für die Energiewende aber ist er nicht.

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          Hessen will stärker auf die klimafreundliche Zukunftstechnologie Wasserstoff bei der Energieversorgung setzen. Wasserstoff solle ein wichtige Rolle übernehmen, sagte der Staatssekretär im Energieministerium, Jens Deutschendorf, am Donnerstag in Frankfurt beim hessischen Brennstoffzellenforum. „Wir brauchen ihn als Speichermedium für Wind- und Solarstrom, wir brauchen ihn in bestimmten industriellen Prozessen, und wir brauchen ihn im Flugverkehr.“

          Wasserstoff sei allerdings keine Patentlösung für die Energiewende. Er sei sehr aufwendig herzustellen und nur dann klimaneutral, wenn er aus regenerativen Energien gewonnen werde. „Wir müssen seine Anwendung daher vor allem auf die Bereiche konzentrieren, für die es keine andere, effizientere Technologie gibt.“

          Wasserstoffstrategie des Landes

          Parallel müssten die erneuerbaren Energien konsequent ausgebaut werden, sagte Deutschendorf. „Als Standort von Deutschlands größtem Flughafen haben wir natürlich besonderes Interesse daran, dass der Flugverkehr CO2-neutral wird.“ Es werde deshalb weiter an einer Pilotanlage für synthetischen Treibstoff gearbeitet, der als Grundlage erhebliche Mengen Wasserstoff braucht. Zur Koordinierung und Steuerung der Vorhaben solle es eine Landesstelle Wasserstoff geben.

          Der Hessische Industrie- und Handelskammertag begrüßte die Wasserstoffstrategie des Landes. „Sie kommt spät, aber ermöglicht wichtige Weichenstellungen“, sagte Geschäftsführer Robert Lippmann. Wasserstoff könne ein Schlüssel zum Erreichen der langfristigen Klimaziele sein und zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Hessen beitragen.

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