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Kleine Sieger - große Verlierer : Die besten Aktien aus Rhein-Main 2010

Bild: F.A.Z.

Im zu Ende gehenden Jahr konnten Anleger an der Börse besonders mit Nebenwerten viel Geld machen - so wie es schon im Anschluss an die Talfahrt 2002 der Fall gewesen war. Auch unter den Aktien aus Rhein-Main ragen Nebenwerte heraus. Wie 2009 sind Software AG und Aareal Bank dabei.

          Franconofurt AG: Profitabler Tausch

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Deutsche Aktienindex Dax glänzt in diesem Jahr mit einem Kursplus von 17 Prozent - doch Nebenwerte glänzen noch viel mehr. So hat der M-Dax, der die zweite Börsenliga darstellt, um 35 Prozent zugelegt. Und war doch viel schlechter als ein ganz kleiner Frankfurter Immobilienwert: die Aktie der Franconofurt AG. Dieses Papier ist mehr als doppelt so viel wert wie zum Jahreswechsel 2009/10 und hat alle anderen Aktien aus Rhein-Main hinter sich gelassen. Ausschlaggebend war dabei nicht das Tagesgeschäft, das aus dem Kauf von Wohnhäusern in erstklassigen Frankfurter Lagen und deren Aufteilung in Eigentumswohnungen, die wiederum veräußert werden, besteht. Vielmehr hob die Aktie nach einem im Mai abgeschlossenen Tauschgeschäft ab, das so schnell nicht wiederholbar ist.

          Seinerzeit verkaufte die Franconofurt ihre Beteiligungen an Tochterfirmen an das Immobilienunternehmen TAG gegen Bares und 5,58 Millionen TAG-Aktien. Diese Anteile wiederum wollte das Frankfurter Unternehmen im Grunde längerfristig halten - allerdings durchkreuzte eine gefragte Kapitalerhöhung der TAG dieses Vorhaben. Deren neue Aktien erfreuten sich derart großer Beliebtheit, dass das Franconofurt-Management die im Mai eingebuchten Anteile an andere Investoren weiterreichen konnte. Fast 32 Millionen Euro flossen den Frankfurtern dadurch zu - was zum größten bisher ausgewiesenen Jahresüberschuss führt, wie Gründer, Großaktionär und Aufsichtsrat Christian Wolf frohlockte. Neun bis zehn Millionen Euro sollen unter dem Strich stehen. Nun dürfen die Aktionäre wohl eine schöne Dividende erwarten. Zudem will die Franconofurt in Neubauten in Frankfurt investieren.

          Amadeus Fire AG: Gefragte Zeitarbeit

          Im ablaufenden Jahr der Nebenwerte sticht die am Sachsenhäuser Berg in Frankfurt ansässige Amadeus Fire AG mit einem besonders kräftigen Kurszuwachs an der Börse hervor. Die im Kleinwerte-Index S-Dax gelistete Aktie des Personaldienstleisters hat seit Anfang Januar um gut 75 Prozent zugelegt. Das reicht für den zweiten Platz unter den Rhein-Main-Aktien. Hinzu kommt noch die hohe Dividendenrendite von mehr als fünf Prozent, die Analysten, die Amadeus Fire und die Aktie bewerten, erwarten.

          Die Amadeus Fire AG hat sich darauf spezialisiert, Fach- und Führungskräfte für kaufmännische Berufe, vor allem für das Finanz- und Rechnungswesen, zu verleihen, hat aber auch Büro- und Bankfachleute sowie IT-Experten in der Kartei. Nach den ersten neun Monaten 2010 stand nicht nur ein Plus in den Segmenten Zeitarbeit und Personalvermittlung zu Buche, sondern auch ein um gut 13 Prozent höherer Gewinn je Aktie. Zudem hat sich das Verhältnis von Umsatz und Ertrag verbessert. Dergleichen wird an der Börse ebenso gern gehört wie die Aussage des Vorstands, das Betriebsergebnis des vergangenen Jahres übertreffen zu wollen. Noch ein Pluspunkt: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 13 ist das Papier trotz des starken Kursanstiegs noch recht günstig bewertet.

          Aareal Bank AG: Staatsgeld erstattet

          Wie schon im vergangenen Jahr hat sich aus der Riege der Rhein-Main-Aktien im Mittelwerte-Index M-Dax das Papier der Aareal Bank an die Spitze gesetzt. Gut zwei Drittel an Kurswert hat die Aktie des Immobilienfinanzierers mit Sitz in der Landeshauptstadt seit Jahresbeginn zugelegt und ist damit der beste regionale Wert vor Deutsche Wohnen AG aus Frankfurt (siehe nebenstehenden Artikel). Zum Vergleich: Der Flughafenbetreiber Fraport kommt auf einen Zuwachs von gut einem Drittel, der Spezialwerkstoff-Hersteller SGL Carbon aus Wiesbaden hat um gut ein Viertel zugelegt, die Stada Arzneimittel AG aus Bad Vilbel dagegen kaum; auch sie sind im M-Dax gelistet.

          Der starke Kursanstieg bei der Aareal Bank ist von erfreulichen Nachrichten aus dem Unternehmen begleitet worden. So hat das Kreditinstitut im Sommer als erste deutsche Bank einen Teil ihrer staatlichen Kapitalhilfen zurückgezahlt. Im Februar vergangenen Jahres hatte die Bank vom staatlichen Rettungsfonds 525 Millionen Euro erhalten, die sie um 150 Millionen Euro reduzierte.

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