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Finanzmarkt-Richtlinie : „Unsere Kunden wollen diese Regeln nicht“

„Weder kunden- noch verbraucherfreundlich“: Matthias Hildner, Chef der Wiesbadener Volksbank, über die Finanzmarkt-Richtlinie Mifid II Bild: Esra Klein

Seit der Finanzkrise müssen Banken mehr Auflagen erfüllen als früher. Kleinere Häuser kritisieren, dass häufig Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis mehr stehen.

          3 Min.

          Nein, eine Verbesserung kann Matthias Hildner nicht erkennen. Eigentlich soll die neue Finanzmarktrichtlinie der Europäischen Union mit dem wenig aussagekräftigen Titel Mifid II Bankkunden eine bessere Beratung und eine höhere Kostentransparenz im Wertpapierhandel garantieren. Zudem sollen Kunden vor komplexen und undurchsichtigen Produkten geschützt werden. Doch was sich gut anhört, stößt bei manch kleinerem Geldhaus, etwa bei Volksbanken und Sparkassen, derzeit auf Kritik. „Weil die neuen Regeln weder kunden- noch verbraucherfreundlich sind“, sagt Hildner, der die Wiesbadener Volksbank führt. Er hebt hervor: „Und unsere Kunden wollen das Ganze auch gar nicht.“

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Derzeit vergeht kaum ein Tag, ohne dass Vertreter von Banken über die wachsende Zahl von Regulierungsvorschriften klagen. Seit der Finanzkrise stehen Geldhäuser – aus gutem Grund – unter besonderer Beobachtung. Doch gerade die kleineren Institute monieren, dass sie häufig ähnliche Auflagen zu erfüllen haben wie die großen Konzerne, denen dafür aber ganze Abteilungen zur Verfügung stehen.

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