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Kaufofferte aus Rödermark : Neues Angebot für Lehman-Opfer

Eine Kerze der Hoffnung: Lehman-Opfer im Mainzer Dom Bild: ddp

Einem Teil der Kunden der Frankfurter Sparkasse, die Lehman-Zertifikate besitzen, ist ein Angebot gemacht worden, diese für zwei Prozent des Nennwertes zu verkaufen. Dahinter steht die Andria Capital AG aus Rödermark. Auf deren Internetseite finden sich aber keine weiteren Angaben.

          Einem Teil der Kunden der Frankfurter Sparkasse, die Lehman-Zertifikate besitzen, ist ein Angebot gemacht worden, diese für zwei Prozent des Nennwertes zu verkaufen. Die Sparkasse teilt dies derzeit ihren Kunden mit, wozu sie nach eigenen Angaben rechtlich verpflichtet ist; mit der Korrespondenz über Kulanzzahlungen des Kreditinstituts hat dies nichts zu tun. Das neue Angebot bezieht sich nach den Worten eines Sprechers nur auf bestimmte Zertifikate, weshalb lediglich 2000 von den 5000 Fraspa-Kunden, die sich bei Lehman engagiert hätten, angeschrieben worden seien.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Das Kaufangebot stammt von der Andria Capital AG aus Rödermark. Am Telefon hieß es dort, zu einer Stellungnahme sei man nicht bereit, auch auf der Internetseite des Unternehmens finden sich keine weiteren Angaben. Die Frankfurter Sparkasse äußerte in einer Pressemitteilung, „Art und Höhe des unterbreiteten Angebots kann zum derzeitigen Zeitpunkt nicht seriös bewertet werden. Im Zuge von Firmeninsolvenzen und Verschmelzungen/Kapitalveränderungen gibt es häufig derartige Angebotsunterbreitungen.“ Die Kunden sollten sich gründlich über solche Unternehmen informieren.

          Anwalt: „Trittbrettfahrer“ und „Zocker“

          Der Frankfurter Rechtsanwalt Klaus Nieding, der zahlreiche Lehman-Opfer vertritt, sagte auf Anfrage, von vergleichbaren Fällen wisse er, dass es stets „Trittbrettfahrer“ und „Zocker“ gebe. Anleger sollten generell vorsichtig sein.

          Wer seine Papiere an das Rödermarker Unternehmen verkauft, würde nach dessen Ankündigung zwei Euro erhalten für jeweils 100 Euro, die er einst gezeichnet hatte. Folglich profitierte bei einer höheren Insolvenzquote bei Lehman die Andria Capital, bei einer geringeren profitierten die Anleger. Die Frankfurter Sparkasse wies darauf hin, dass die Insolvenzquote noch gar nicht feststehe. Ein Sprecher bekräftigte zugleich, das Haus unterstütze seine Kunden bei der Anmeldung von Ansprüchen beim Insolvenzverwalter und übernehme auch die dabei entstehenden Kosten.

          Die Zertifikate, die die Sparkasse vertrieben hatten, wurden über die niederländische Tochter von Lehman Brothers vertrieben. Es geht also nicht um das Insolvenzverfahren der deutschen Tochter, die ihren Sitz in Frankfurt hatte.

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