https://www.faz.net/-gzg-9tz88

Mittelständler Ceotronics : Kampf gegen Terroristen und kriminelle Clans als Kurstreiber

Kopfsache: Thomas Günther, Vorstandschef von Ceotronics aus Rödermark, steht vor einer Auswahl von Headsets des Mittelständlers. Bild: Rainer Wohlfahrt

Der Mittelständler Ceotronics beliefert Sicherheitskräfte in Deutschland und dem Ausland mit besonderen Headsets. Das Unternehmen profitiert vom Kampf gegen den Terrorismus. Die Aktie haussiert.

          2 Min.

          Als Zulieferer besonderer Headsets hat sich die Ceotronics AG bei Sicherheitsbehörden wie Betreibern von Flughäfen einen Namen gemacht. Schließlich entwickelt der Mittelständler aus Rödermark nahe Offenbach speziell für solche Kunden seine Produkte. Die jüngsten Vertreter dieser Art tragen kryptische Namen wie „CT-Multi PTT 3C“ und richten sich an Polizei- und Militäreinheiten. Und das mit Erfolg: In diesem Jahr haben die Hessen Großaufträge des Bundes und der hessischen Polizei gewonnen. In Summe machen beide Aufträge mehrere Millionen Euro aus. Ein hoher Wert für eine Firma mit einem Jahresumsatz von knapp 17 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2018/19.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres legte der Mittelständler weiter zu. Das gilt sowohl für den Umsatz als auch für den Auftragsbestand. Der Erfolg schlägt auch an der Börse durch: Die Ceotronics-Aktie hat gerade die Marke von drei Euro erreicht und bewegt sich auf Zehn-Jahreshoch. Sie ist zwei Drittel mehr wert als zu Beginn dieses Jahres.

          Umsatzsprung im ersten Halbjahr

          Nach vorläufigen Zahlen hat die gut 140 Mitarbeiter zählende Firma 10,8 Millionen Euro umgesetzt, fast 44 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Auftragsbestand sei „im Vergleich zum extrem hohen Vorjahreswert“ um gut sechs Prozent auf 23,2 Millionen Euro geklettert.

          „Die Bedrohung durch den Terrorismus und die organisierte Kriminalität hält weiter an. Demzufolge müssen die staatlichen Sicherheits- und Ordnungskräfte auch in Bezug auf die personenbezogene technische Ausstattung nachrüsten, um die innere und äußere Sicherheit zu stärken“, heißt es in der Mitteilung aus Rödermark. Die Firma hatte nach Einschätzung ihres Vorstands Thomas Günther „das richtige Produkt-Portfolio zur richtigen Zeit“. Die Produkte seiner Firma werden auch gegen kriminelle Clans eingesetzt, wie er der F.A.Z. sagte.

          „Sehr positiv“ gestimmt

          Wie Günther weiter ausführt, löse der Staat den „über Jahrzehnte aufgebauten“ Investitionsstau auf. Aber auch die Investitionen, die neue Herausforderungen an die Sicherheitsbehörden nötig machten, „werden uns noch Jahre beschäftigen“. Deshalb schätzt Ceotronics seine Aussichten sehr positiv ein. Was das für Jahresumsatz und Gewinn heißt, will das Unternehmen aber erst Ende Januar mitteilen. Dann sollen die endgültigen Halbjahreszahlen vorliegen.

          Mit einem Marktwert von 18,6 Millionen Euro gehört Ceotronics nach wie vor zu den kleinsten Werten mit operativem Geschäft an der Börse. Angesichts dessen lassen Analysten die Firma links liegen. Ergebnisschätzungen und ein daraus errechnetes Kurs-Gewinn-Verhältnis als klassische Kennziffer zur Bewertung der Aktie liegen nicht vor. Doch mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,1 ist die Aktie sicherlich nicht teuer. Für eine gute Kursentwicklung wird aber entscheidend sein, dass das Umsatzwachstum mit nachhaltig schwarzen Zahlen und steigenden Ergebnissen einher geht. Schließlich gelten Gewinne doch als Haupttriebkraft für Aktienkurs.

          Weitere Themen

          Tarifabschluss als Treibsatz

          Chemiebranche : Tarifabschluss als Treibsatz

          Die Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie und der Arbeitgeberverband BAVC haben mit ihrem Tarifabschluss ein Novum geschaffen. Davon profitieren Zehntausende Beschäftigte.

          Topmeldungen

          Dicke Luft in Stuttgart

          Klimagipfel : Mit Verzichtspanik wird nichts erreicht

          Als müsste in einer klimafreundlicheren Welt jemand aufs Auto, aufs Heizen, Fliegen oder auf Kinder verzichten! Das Vertrauen in die Technik ist bei denen, die den Innovationsgeist am lautesten für sich reklamieren, am geringsten.
          Warnt die SPD: der CSU-Vorsitzende Markus Söder

          Zukunft der Groko : „Stabilität ja, Siechtum nein“

          Einen grundlegend neuen Kurs der Koalition werde es nicht geben, warnt die Union die SPD. Beim Klimapaket, das am Abend im Vermittlungsausschuss beraten wird, erwartet der Unionsfraktionschef aber eine schnelle Einigung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.