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Was ein Jurist Firmen rät : Lieber Insolvenz als Staatshilfen

Hier ist Schluss: Viele Unternehmen geraten in der Corona-Krise in Existenznot. Doch ist eine Insolvenz immer der schlimmste Weg? Bild: dpa

Trotz Corona gibt es mitten in Deutschland weniger Pleiten. Dabei sei ein Insolvenzantrag mitunter sinnvoller als ein KfW-Darlehen, meint ein Fachjurist. Das sehen aber nicht alle so.

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          Während der Fernsehkoch Tim Mälzer erzählte, hätte der Frankfurter Jurist Jan Roth am liebsten in den Fernseher hineingerufen. Denn der Koch und Restaurant-Inhaber berichtete, dass er seine Rücklagen anzapft, um während der coronabedingten Schließung seines Lokals in Hamburg das Kurzarbeitergeld der Mitarbeiter aufzustocken. Roth, Fachanwalt für Insolvenzrecht und Partner der Kanzlei Wellensiek, hat nichts gegen gute Chefs. Aber er ist überzeugt, dass Mälzer und mit ihm viele andere Unternehmer besser jetzt in eine geregelte Insolvenz gehen sollten, als ihren Betrieb mit allerletzten Mitteln durch die Krise zu retten.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Man müsse sich jedes einzelne Unternehmen betrachten, sagt Roth. „Aber ich halte diese Rettungsversuche erst auf Kosten der eigenen Liquidität und dann mittels KfW-Krediten in vielen Fällen für fatal.“ Denn wer Pleite gehe, wenn die Kreditsummen am Limit und alle Reserven aufgezehrt seien, der könne schnell alles verlieren. „Um ein Insolvenzverfahren zu gestalten, brauche ich Liquidität“, sagt Roth.

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