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Insolvenz der Greensill-Bank : Riskante Geldanlagen

Geldanlage vieler Kommunen in Rhein-Main: die Greensill-Bank Bild: EPA

Die Insolvenz der Bremer Greensill-Bank bringt die Anlagen vieler Kommunen der Region in Gefahr. Immerhin haben diese ein Grundprinzip der Finanzinvestition beherzigt: die Streuung der Risiken.

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          Die Kämmerer der Städte, die jetzt womöglich Geldanlagen in Millionenhöhe bei der Greensill-Bank abschreiben müssen, waren keine Zocker. Mit der Leichtfertigkeit, mit der vor einigen Jahren Landräte mit Fremdwährungskrediten Investmentbanker spielen wollten, hat dies nichts zu tun. Es ist Aufgabe der Kommunen, das ihnen anvertraute Geld einerseits sicher anzulegen, andererseits aber auch so, dass es selbst in Zeiten der Niedrigzinsen wenigstens eine kleine Rendite abwirft – und sei es nur zum Ausgleich der Inflation.

          Die Frage, ob sich die Geldanlage bei einem Kreditinstitut, das kaum jemand kannte, außerhalb des vernünftigerweise erlaubten Rahmens bewegte, stellt sich dennoch. Die Niedrigzinsphase treibt seltsame Blüten, die Suche nach halbwegs rentierlichen Geldanlagemöglichkeiten führt zu immer ferner liegenden Adressen, die in ihrer Seriosität entsprechend schwer zu beurteilen sind. Sich allein auf ein Rating zu verlassen, kann trügerisch sein. Spätestens dessen Verschlechterung, auf die am Dienstag die Gießener Oberbürgermeisterin hinwies, hätte skeptisch machen müssen.

          Grundprinzipien der Geldanlage

          Doch die Kommunen agieren nicht im luftleeren Raum. Wie schon beim Wirecard-Skandal drängt sich der Eindruck auf, dass Deutschland zwar von einem eng gestrickten Netz aus Prüfungsinstitutionen überzogen ist, diese aber, wenn es ernst wird, keineswegs Hand in Hand arbeiten. Kommunen werden von der Kommunalaufsicht überwacht, Banken von verschiedenen Bankaufsichtsbehörden – eigentlich sollte es keinen Handschlag geben, der nicht einer Kontrolle unterzogen wird. Dennoch fühlen sich die Kommunen nun von der Bankenaufsicht Bafin nicht ausreichend informiert, ist wohl auch innerhalb der kommunalen Welt nicht nachgefragt worden, wem da Geld anvertraut wurde.

          Zur Stunde scheint es so, dass die betroffenen Kommunen in der Region in der Regel immerhin eines der Grundprinzipien der Geldanlage, die Streuung der Risiken, beherzigt haben. Der Lerneffekt für die Kämmerer aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten muss darin liegen, noch vorsichtiger bei der Geldanlage zu verfahren. Sie ist allerdings per se mit Risiken verbunden; auch eine örtliche Sparkasse oder Volksbank kann in Schwierigkeiten geraten. Die Frage, ob der riesige Apparat der Aufsicht über wirtschaftliches Handeln nicht einer grundlegenden Neuordnung bedarf, von der Kontrolle der Banken bis zu derjenigen der Kommunen, stellt sich aber.

          Manfred Köhler
          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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