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Insolventer Textilfarbenhersteller : 200 Dystar-Stellen vor Verlagerung?

Fabrik von Dystar in Brunsbüttel Bild: Dystar

Auch nach der Vertragsunterzeichnung zur Übernahme des insolventen Frankfurter Textilfarbenherstellers Dystar durch den indischen Konkurrenten Kiri Dyes & Chemicals kommt das Unternehmen nicht zur Ruhe.

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          FRANKFURT. Auch nach der Vertragsunterzeichnung zur Übernahme des insolventen Frankfurter Textilfarbenherstellers Dystar durch den indischen Konkurrenten Kiri Dyes & Chemicals kommt das Unternehmen nicht zur Ruhe. So hält sich das Gerücht, Kiri wolle wichtige Funktionen vom Stammsitz im Industriepark Höchst nach Singapur verlagern. Dies hat die indische Zeitung „Business Standard“ auf ihrer Internetseite berichtet. Es soll dabei um 200 bis 250 Stellen gehen, wie mit Dystar vertraute Personen berichten.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zuletzt zählte Dystar 410 Beschäftigte am Stammsitz in Höchst. Insolvenzverwalter Stephan Laubereau sagte dieser Zeitung, solange Dystar nicht verkauft sei, werde nichts nach Singapur verlagert. Er selbst habe gar nicht die Möglichkeiten dazu. Schließlich vertrete er die Gläubigerseite - und das seien vor allem die Mitarbeiter.

          Nur Ludwigshafen in Betrieb

          Wie auch zu hören ist, fühlt sich so mancher Mitarbeiter zu dem Wechsel in die Transfergesellschaft gedrängt. Eine Sprecherin Laubereaus hielt auf Anfrage dagegen, dass es in der mit der Produktion befassten Dystar Textilfarben GmbH & Co. KG keine Arbeit gebe. Die Ausnahme bildet Ludwigshafen. Dort stellt der Betrieb den vor allem für Jeans genutzten blauen Farbstoff Indigo her.

          Dagegen stehen in Brunsbüttel und Leverkusen die Anlagen still, während am Stammsitz ohnehin nichts produziert wird. Dort befinden sich außer Verwaltungseinheiten die Labors für Forschung und Entwicklung, die nach Angaben von Betriebsratschef Heinz Schaus aber nur mit kleiner Besetzung gefahren werden, seitdem Mitarbeiter freigestellt worden sind. In der auf vier Monate angelegten Transfergesellschaft sollen die Kräfte qualifiziert werden. Dessen ungeachtet arbeiten derzeit etwa 150 Beschäftigte in Frankfurt, die mehrheitlich auf der Lohnliste der KG stehen, für die Vertriebs- und Handelstochter Dystar Textilfarben GmbH.

          Betriebsräte im Hintergrund aktiv

          Wie viele Beschäftigte die Inder übernehmen werden, falls der Kauf zustande kommt, ist unklar. Bisher ist die Rede von bis zu 800 der gut 1300 Arbeitsplätze in Deutschland. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass der 260 Mitarbeiter starke Standort Geretsried nicht zum Übernahmepaket gehört, das Kiri mit den Insolvenzverwaltern geschnürt hat. Die Betriebsräte arbeiten derweil im Hintergrund daran, „die Ausgangslage zur Sicherung der Standorte und Stellen hierzulande zu verbessern“. Schaus dazu: „Es gibt noch Möglichkeiten.“

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