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Industriepark Höchst : Neue „Team-Spieler“ an der Spitze von Infraserv setzen auf Offenheit

Neu an der Spitze von Infraserv Höchst: Jürgen Vormann und Roland Mohr (rechts) Bild: Infraserv

Ein österreichischer Zungenschlag herrscht noch an der Spitze des Industrieparkbetreibers Infraserv Höchst vor. Doch die Chefetage befindet sich im Umbruch. Die beiden neuen Geschäftsführer setzen auf Offenheit und sehen sich als „Team-Spieler“.

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          Ein österreichischer Zungenschlag herrscht derzeit noch an der Spitze des Industrieparkbetreibers Infraserv im Frankfurter Stadtteil Höchst vor. Infraserv-Chef Dieter Kreuziger ist im Herzen in der Alpenrepublik zu Hause, wohin es ihn wochenends auch regelmäßig zieht. Doch die Chefetage befindet sich im Umbruch. Zu Monatsbeginn sind mit Jürgen Vormann und Roland Mohr ein gebürtiger Westfale aus Münster und ein Osthesse aus Fulda in die Geschäftsführung eingetreten. Beide bilden gemeinsam mit Kreuziger bis Jahresende das Führungstrio des Dienstleistungskonzerns, der 1998 aus der Hoechst AG hervorging; mit Beginn des neuen Jahres scheidet Kreuziger aus und wird Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landes Hessen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Infraserv ist für sie keine Unbekannte. Im Gegenteil: Vor ihrem Amtsantritt hatten der Betriebswirt Vormann und der Chemiker Mohr schon seit längerem mit dem Unternehmen zu tun. Vormann zeichnete bisher als Vice President der Geschäftseinheit Spezialitäten der in Kronberg ansässigen Celanese AG sowie als kaufmännischer Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Celanese Chemicals Europe verantwortlich. Mohr war zuletzt kaufmännischer Leiter für Forschung und Entwicklung bei Aventis Pharma Deutschland und Koordinator der klinischen Entwicklung des Pharmaunternehmens. Mithin haben beide die Infraserv als Vertreter wichtiger Kunden und gleichsam der Gesellschafter des Höchster Unternehmens kennengelernt. Und beide hatten zuvor ihre Laufbahn im Hoechst-Konzern begonnen.

          Ziel: Marktanteile auf eigenem Terrain gewinnen

          Die neuen Geschäftsführer machen kein Hehl aus ihren Zielen. Infraserv Höchst werde seine führende Rolle als Industriedienstleister für Unternehmen aus der Chemie- und Pharmaindustrie sowie andere Firmen weiter ausbauen sowie die Effizienz steigern und im Industriepark selbst wachsen. Das Marktpotential auf dem eigenen Gelände, auf dem auch andere Dienstleister tätig sind, ist nicht ausgeschöpft, wie Vormann zugibt. So soll das Geschäft mit bestehenden Kunden ausgebaut werden. Auch sollen neue Firmen sollen dort angesiedelt werden. Auch der Hinweis, sich auf die sogenannten Kernkompetenzen konzentrieren zu wollen, fehlt nicht.

          Ein weiterer Teil der neuen Strategie ist die Vorgabe, bis Ende 2006 rund 55 Millionen Euro an Kosten einzusparen. Das ist, wie Vormann es formuliert, „ein ehrgeiziges, aber erreichbares Ziel“. Es sei nicht von Unternehmensberatern vorgegeben, sondern aus dem Unternehmen heraus gesetzt worden. „Dabei ist es nicht als reines Kostensparprogramm anzusehen“, versichert Mohr. Vielmehr sollen Verfahrensabläufe verbessert und Kernarbeitsprozesse vereinheitlicht werden. Das bedeute etwa mit Blick auf die Tochter Infraserv Höchst Technik, den Betrieb an die mittelständischen Strukturen anzupassen, die Wettbewerber aufweisen. Dieser Dienstleister und sein Angebot sollen künftig dem Kunden so unkompliziert wie möglich erscheinen. Große übergreifende Stabsabteilungen etwa stören da nur. Denn sie sind bei Kleinbetrieben, die mit der Technik-Tochter konkurrieren, schlicht nicht vorhanden, so die Botschaft.

          In das Unternehmen hineinhören und hineingehen

          Bei der Arbeit auf dem Weg zum Ziel können Vormann und Mohr ihre Erfahrungen als Vertreter der Kunden der Infraserv nutzen. Doch sie setzen, wie sie sagen, auch und gerade auf unternehmerisch denkende Mitarbeiter - sowie auf stetige Verbesserungen. Dafür sei es notwendig, Stärken und Schwächen von Infraserv in einem partnerschaftlichen Dialog offen zu untersuchen und zu nennen. „Offene Kommunikation in beide Richtungen“, schwebt Vormann vor. Danach gelte es, gemeinsam Ziele zu setzen und diese zu verfolgen. Wobei die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter gefragt und gewünscht sei. Denn die Chefetage sei nicht immer die richtige Stelle, an der alle Entscheidungen im Unternehmen getroffen werden.

          „Wir sind auf den Erfahrungsschatz und die Mitarbeit der Beschäftigten angewiesen“, hebt Mohr hervor. Zu dieser Aussage paßt das Bekenntnis, „Team-Spieler“ zu sein - und es als vordingliche Aufgabe anzusehen, in das Unternehmen hineinzuhören und hineinzugehen.

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