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Industriegase : Messer investiert stark in Osteuropa

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Der in Sulzbach ansässige Industriegase-Hersteller Messer Group will bis zum Jahr 2011 450 Millionen Euro investieren. Mit 300 Millionen Euro soll der Löwenanteil auf Standorte in Mittel- und Osteuropa entfallen, wie das Familienunternehmen mitteilt.

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          Der in Sulzbach ansässige Industriegase-Hersteller Messer Group will bis zum Jahr 2011 450 Millionen Euro investieren. Mit 300 Millionen Euro soll der Löwenanteil auf Standorte in Mittel- und Osteuropa entfallen, wie das Familienunternehmen mitteilt. Die Messer-Gruppe hatte schon bisher kräftig in der Ferne investiert. So hat der Konzern am Dienstag den Grundstein für eine 30 Millionen Euro teure Luftzerlegungsanlage in Rybnik in Oberschlesien gelegt. Von 2009 an sollen an dem Standort außer Sauerstoff auch Stickstoff und das Edelgas Argon produziert werden, darunter medizinischer Sauerstoff zur Beatmung von Patienten in Krankenhäusern.

          Die Produkte sind nach Angaben von Messer für Kunden in Polen, der Slowakei und der Tschechischen Republik bestimmt. In Osteuropa erzielt das Unternehmen rund 45 Prozent seines Umsatzes, der 2006 bei 630 Millionen Euro lag. 2245 seiner 4700 Beschäftigten sind in dieser Region tätig, in der Messer ein jährliches Wachstum von sieben bis zehn Prozent anstrebt. Der Konzern will vor allem Produktionsanlagen bei seinen Kunden bauen. Dadurch soll der Transport mit Tankwagen überflüssig werden.

          Außer in Mittel- und Osteuropa ist das Unternehmen besonders in China aktiv. Dort sitzt mit dem Stahlkonzern Xiangtan Steel sein größter Kunde. In Deutschland ist die Messer Group seit 2004 nicht mehr vertreten. Das Gasegeschäft wurde seinerzeit an Air Liquide verkauft, im Gegenzug konnte die Familie Messer bei Finanzinvestoren liegende Anteile am Konzern zurückkaufen und Schulden abbauen.

          Da Messer noch bis Mai nächsten Jahres nicht wieder unter eigenem Namen in den deutschen Markt eintreten darf, hat der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Messer die Gase.de Vertriebs-GmbH ins Leben gerufen, die im Mai mit 35 Mitarbeitern den Betrieb aufgenommen hat und in die Messer im laufenden Jahr zehn Millionen Euro stecken will. Gase.de hat gerade mit der Universität Stuttgart einen über fünf Jahre laufenden Vertrag über die Lieferung von einer Million Kilogramm Stickstoff im Jahr abgeschlossen. Das Gas wird vom Institut für Luftfahrtantriebe der Hochschule für einen Prüfstand benötigt, auf dem Flugzeugmotoren auf ihre Zuverlässigkeit beim Einsatz bei extremer Kälte getestet werden.

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