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De-Cix : Indien macht dem Frankfurter Internetknoten Konkurrenz

Durchlauferhitzer: Glasfaserkabel in einem von De-Cix genutzten Rechenzentrum. Bild: Frank Röth

Die durch den Frankfurter Internetknoten De-Cix laufenden Datenströme kennen weiterhin kein Limit. 55 neue Kunden haben sich in diesem Jahr neu an den Knoten anschließen lassen.

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          Ein Datenrekord bei 10,38 Terabit und eine runde Zahl: Der Internetaustauschknoten Frankfurt und sein Betreiber De-Cix sind 2020 weiter gewachsen. 55 neue Kunden, Telekommunikationsanbieter, Cloudbetreiber sowie produzierende Unternehmen, haben sich in diesem Jahr neu an die Frankfurter Datenkreuzung anschließen lassen, um direkte Verbindungen zu den verschiedenen Teilen des Internets zu haben. Den exakt eintausendsten Anschluss buchte kürzlich die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft, die auch als Internetdienstleister tätig ist.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sie dürfte nach den Schätzungen von Harald Summa, Chef des De-Cix, eine der Letzten aus der Branche gewesen sein, die Anschluss in Frankfurt suchten. „Von den in Deutschland tätigen Internetprovidern gibt es höchstens zwanzig Prozent, die noch nicht angeschlossen sind, da ist für uns also nicht mehr viel Zuwachs zu erwarten.“ Die künftigen Neukunden, fuhr Summa fort, würden mehrheitlich Unternehmen aus der Industrie sein, deren Datenverkehr sich durch den Umstieg aufs Digitale und von Künstlicher Intelligenz unterstützte Prozesse derart verstärkt habe, dass sie dafür eigene Netze aufbauten und sich direkt an den wichtigsten Austauschknoten anbänden. Automobilhersteller wie Daimler, Porsche und MAN sind dabei Vorreiter.

          Mittelmeerraum wird bedeutender

          Der Datenverkehr hat in diesem Jahr aber nicht nur enorm zugenommen, er hat sich sowohl in Deutschland als auch weltweit neu verteilt. So gewinnen die Datenströme durch den Mittelmeerraum an Bedeutung, was sich auch am Wachstum des Knotens etwa in Madrid zeigt. De-Cix hat diese Entwicklung mit der Eröffnung etlicher neuer Knoten selbst befördert und betreibt mittlerweile 25 davon. In Deutschland wurden unter anderem in Hamburg, Düsseldorf und München Austauschknoten eingerichtet, deren Kundenzahl sich laut Summa in diesem Jahr teilweise verdoppelt hat. Noch liegen sie natürlich weit unter der Frankfurts, und bei der Menge der Daten, die dort sekündlich hindurchgeleitet werden, können sie ohnehin nicht mithalten. Und diese Zahl wächst in Frankfurt weiter an. Gerade im Jahr der Pandemie, in dem die Internetverbindungen eine neue Wichtigkeit erhalten haben, werden die Bandbreiten immer größer, stocken die Kunden ihre Kapazitäten auf.

          „Frankfurt wird weiterhin der größte Knoten bleiben, und wenn, dann ist wohl De-Cix India ein Anwärter auf diese Position“, schätzt Summa. Vor drei Jahren haben die Deutschen im Rahmen eines Joint Ventures damit begonnen, anbieterneutrale Netzknoten in indischen Rechenzentren aufzubauen. „Das wächst wie der Teufel“, sagt Summa, schon heute sei die Unternehmung profitabel.

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