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Wegen Corona-Krise : Fast 200.000 Hessen hoffen auf eine Stelle

Kurzarbeit: Laut Bundesagentur für Arbeit lässt sich die hohe Quote auf die Ausfälle rund um Messe, Flughafen und Gastgewerbe zurückführen. (Symbolbild) Bild: dpa

Laut einer Schätzung des Ifo-Institut sind fast 200.000 Hessen wegen ohne reguläre Beschäftigung. Angestellte im Dienstleistungssektor sind dabei besonders stark getroffen.

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          Hessen ist nach einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts das Bundesland mit dem größten Anteil an Kurzarbeitern. Dort waren im Dezember schätzungsweise 7,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten oder 196.000 Menschen in Kurzarbeit, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Es folgen Baden-Württemberg mit 6,7 Prozent oder 321.000 Menschen sowie Niedersachsen und Bremen mit 6,6 Prozent oder zusammen 223.000. „Nach wie vor sind Länder mit höherem Industrieanteil etwas stärker von Kurzarbeit betroffen. Durch die Erholung in der Industrie sind diese Unterschiede in den letzten Monaten jedoch deutlich geringer geworden“, sagt Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Schätzung basiert auf den Meldungen von 7000 Unternehmen bei der Ifo-Konjunkturumfrage im Dezember. Insgesamt ist die Kurzarbeit in Deutschland im Dezember geringfügig gesunken. Nach Ifo-Schätzungen waren zum Jahresende 1,95 Millionen Menschen davon betroffen, im Vormonat waren es 1,98 Millionen gewesen. „Hinter der Fassade der Stabilität verbergen sich jedoch größere Verschiebungen: Gestiegen ist die Kurzarbeit im Einzelhandel und im Gastgewerbe, die besonders vom aktuellen Lockdown betroffen sind“, sagt Link.

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          Bei der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit liegen noch keine Zahlen für den Dezember vor. Das liege daran, dass die Unternehmen die Kurzarbeit zwar für einen Monat anzeigten, dann aber bis zu drei Monate Zeit hätten, anhand der tatsächlich gearbeiteten Zeiten abzurechnen. Bis diese Angaben dann überprüft seien, daure es einige Wochen. Valide Zahlen kann die Arbeitsagentur daher nur für Juni 2020 liefern, demnach waren damals 31.642 Betriebe mit fast 400.000 Beschäftigten in Kurzarbeit, die Quote lag bei 15,1 Prozent, wie eine Sprecherin sagte. Die ersten Hochrechnungen zeigten, dass die Zahlen bis September kontinuierlich rückläufig gewesen seien. Rund 20.500 Betriebe mit etwa 240.000 Personen hätten Kurzarbeit abgerechnet, das entspreche einer Quote von neun Prozent. Diese Zahlen zeigten, dass Baden-Württemberg, Bremen und Hamburg, wenn man die Kurzarbeiterquote von Juni heranziehe, noch vor Hessen lägen. Bei der Hochrechnung für September blieben Bremen und Hamburg vorne. Hessen wäre dann mit neun Prozent als Flächenland an der Spitze. Die hohe Quote in Hessen sieht man bei der Arbeitsagentur vor allem in der Bedeutung der Dienstleistungen rund um Flughafen, Messe und Gastgewerbe begründet.

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