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Immobilien : Wohnraum wird knapp

Wo lebt es sich am besten? FAZ.NET sucht Frankfurter Lieblingsplätze. Bitte schicken Sie Ihre Fotos an www.faz.net/upload Bild: F.A.Z. - Marcus Kaufhold

Wo lässt es sich in Frankfurt gut leben? In den Neubauvierteln oder in der Innenstadt? FAZ.NET widmet sich in einer Serie den Neubaugebieten der Stadt. Noch ist Platz für etwa 50.000 Neu-Frankfurter.

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          Eines haben die vier großen Frankfurter Neubauviertel gemeinsam: Die Autobahn ist in Sicht- und manchmal auch in Hörweite. Was einerseits ein Segen ist – trotz der dezentralen Lage ist man auch vom Riedberg aus schnell in der Innenstadt –, ist andererseits ein Fluch: Am Frankfurter Bogen in Preungesheim etwa oder an der Friedberger Warte gehört das monotone Hintergrundrauschen zum Alltag. Nicht nur der Straßenlärm ist für die Stadtentwicklung ein Hindernis.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Stadt tastet sich voran, streckt ihre Fühler aus und berührt dabei fast konsequent ihre Grenzen. Den neuen Vierteln, die diese Bewegung hervorbringt, widmen wir in den nächsten Wochen eine sechsteilige Serie. Die Entwicklung auf dem Riedberg, am Rebstockpark, am Frankfurter Bogen in Preungesheim und an der Friedberger Warte wird in einer Folge vorgestellt. Zwei zentrale Reserveflächen für Wohnen harren noch der Erschließung: Auf dem Campus Bockenheim und am Henninger Turm sollen Wohngebiete entstehen. Diese Projekte sind Thema eines abschließenden Ausblicks.

          „Die Fläche reicht für die nächsten zehn, fünfzehn Jahre“

          Noch sind die Grenzen des Wachstums nicht ganz erreicht: Für 20.000 Wohneinheiten gibt es noch genügend Flächen. Mit dem Faktor 2,5 multipliziert, ergibt dies Platz für etwa 50.000 Frankfurter. Was nach viel klingt, ist angesichts des rasanten Wachstums der vergangenen zwei Jahre (um 15.000 ist die Einwohnerzahl in diesem Zeitraum gestiegen) wenig Platz: „Die Fläche reicht für die nächsten zehn, fünfzehn Jahre“, prognostiziert Stadtrat Edwin Schwarz (CDU), zuständig für Wohnungsbau (siehe: Edwin Schwarz im Gespräch: „Wer die Idylle des Knüllwaldes haben will, muss dort hinziehen“).

          Den „Rückzug in die Stadt“ beschwören Stadtplaner als neuen Trend. Angesichts hoher Energiekosten, des Wegfalls der Pendlerpauschale, schlechter Infrastruktur im Umland und mangelhafter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel treibe es die Menschen zurück in die Städte, meint etwa der Geschäftsführer des Wohnungsinvestors „Corpus Sireo“, Jürgen Probst. Dies gelte insbesondere für Ältere: „Die Generation 50 plus ist nach dem Auszug der Kinder damit beschäftigt, sich zurück in die Urbanität zu begeben.“

          Um die Menschen unterzubringen, verfolgt Frankfurt eine doppelte Strategie. Einerseits baut die Stadt kleine Wohnsatelliten. Voll erschlossene Viertel mit Cafés, Einzelhandel, Schulen, Kindergärten, Verkehrsanbindung und – zumindest am Riedberg und am Rebstockpark – auch Arbeitsplätzen entstehen am Stadtrand. Gleichzeitig verdichtet die Stadt im Bestand und baut, etwa selbst durch die ABG Holding, in etablierten Vierteln Wohnraum für unterschiedliche Einkommensschichten. In den neuen Hochhausrahmenplan wurden außerdem vier Wohntürme aufgenommen ( siehe: Frankfurter Rahmenplan: Hochhäuser sollen kleiner werden als geplant).

          Freistehende Einfamilienhäuser sind besonders begehrt

          In der Immobilienbranche werden die Versuche der Stadt, neue Viertel am Reißbrett zu planen, größtenteils positiv beurteilt. Nach anfänglicher Skepsis wird insbesondere dem dezentral liegenden Riedberg ein Entwicklungsschub attestiert. Der Stadtteil habe „eine gewisse Eigendynamik“ bekommen, sagt etwa der Makler Rainer Ballwanz. Die Wohnungen in den Neubauvierteln stießen bei der Gruppe der „rational home seeker“, die an ein bestimmtes Budget gebunden seien, auf großes Interesse.

          Das Nachverdichten in etablierten Stadtteilen sollte die Stadt allerdings nicht vernachlässigen. In der Branche werden die Pläne der Stadt, Standorte für Wohntürme auszuweisen, begrüßt. Die Klientel, die sich teuren Wohnraum leisten kann, ist nach Ansicht von Axel Weber vom Maklerunternehmen Engel und Völkers „eindeutig“ vorhanden. Die Attraktivität von Neubauvierteln schwindet seiner Beobachtung nach mit zunehmender Entfernung vom Zentrum: „Viele Kunden möchten nicht fünf Kilometer vom Zentrum entfernt wohnen.“

          Individuellere und besser ausgestattete Wohngebäude bestimmen den Markt und sind besonders begehrt. Freistehende Einfamilienhäuser kommen häufiger zum Verkauf als Reihenhäuser. Die rasant gestiegenen Baukosten machen sich auch für Käufer und Mieter bemerkbar. Die Preise für ein neues Reihenhaus sind im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf durchschnittlich 325.000 Euro gestiegen. Eine Neubauwohnung wird mit durchschnittlich 2573 Euro pro Quadratmeter angeboten. Vor dem Hintergrund gestiegener Energiepreise und Nebenkosten stellen viele Käufer und Mieter höhere Ansprüche an die Energieeffizienz der Gebäude. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft hat reagiert: Sie baut nur noch im Passivhausstandard.

          Wo lässt es sich gut leben? In den Neubauvierteln oder in der Innenstadt? In Sachsenhausen oder am Riedberg? FAZ.NET sucht Frankfurter Lieblingsplätze. Begleitend zur Wohn-Serie sollen die Stadtansichten unserer Leser im Internet veröffentlicht werden. Bitte schicken Sie Ihre Fotos an: Frankfurter Lieblingsplätze.

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