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Immer mehr Unfälle in Hessen : Mehr Sicherheit für Radler

  • -Aktualisiert am

Veränderte Bedingungen: in der Corona-Krise waren Erhebungen kaum möglich. (Symbolbild) Bild: Lucas Bäuml

Von Januar bis Mai sind rund sechs Prozent mehr Fahrradfahrer auf Hessens Straßen verletzt oder getötet worden als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Vieles spricht dafür, dass die Zahlen weiter steigen werden.

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          Es ist ein erschreckender Trend, den die Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigen. Von Januar bis Mai sind rund sechs Prozent mehr Fahrradfahrer auf Hessens Straßen verletzt oder getötet worden als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Vieles spricht dafür, dass die Zahlen weiter steigen werden, denn bisher sind die Sommermonate Juni und Juli statistisch noch nicht erfasst. Eine Ursache für diese Entwicklung ist schlicht, dass immer mehr Menschen Fahrrad fahren. Bei manchen ist es die Angst, sich in Bussen und Bahnen mit dem Corona-Virus zu infizieren, andere möchten sich umweltfreundlich fortbewegen und wieder andere schätzen das Rad als schnelles und kostengünstiges Verkehrsmittel. Es gibt viele Gründe, die dazu führen, dass die Zahl der Radler in den Städten massiv gestiegen ist.

          Es sind aber gerade auch die Städte, die sich als besonders gefährliches Pflaster für Fahrradfahrer erweisen. Insgesamt 420 Radler wurden in Hessen im Mai verletzt oder getötet, 355 davon innerorts. In Wiesbaden, einer Stadt mit einem traditionell nur geringen Fahrradanteil am Straßenverkehr, werden derzeit Umweltspuren für Radler und Busse eingerichtet, und das Fahrradwegenetz wird sukzessive ausgebaut. Mehr Radverkehr ist Bestandteil des Luftreinhalteplans zur Verhinderung eines Dieselfahrverbots.

          Ungeachtet der ökologischen Vorteile muss aber auch die Sicherheit der Radler im Fokus stehen. Nicht auf allen Radwegen, die in den vergangenen Monaten in Wiesbaden eingerichtet wurden, hat man das Gefühl, sicher unterwegs zu sein. Insbesondere, wenn Autos diese Wege kreuzen dürfen, um Parkplätze am Straßenrand zu erreichen, beschleicht viele Radler ein mulmiges Gefühl.

          In Zukunft könnten angesichts des Trends noch viel mehr Hessen in die Pedale treten. Folgerichtig ist die Politik in der Pflicht, für ihre Sicherheit zu sorgen, damit die Unfallzahlen sinken. Dazu gehört auch, den Anteil des Straßenraums, den jedes Verkehrsmittel für sich beanspruchen darf, neu zu verhandeln. Gelingt es nicht, Fahrrädern, Pedelecs und Lastenrädern insbesondere in den Innenstädten dauerhaft mehr Platz zu verschaffen, droht dieser Teil der Verkehrswende zu scheitern. Wer steigt schon gern aufs Rad, wenn er um seine Gesundheit fürchten muss?

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