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Geplanter Börsengang : IG Metall sieht neue Chancen für Siemens-Standort Offenbach

Plakativer Protest: 2017 forderten Siemens-Beschäftigte in Offenbach den Erhalt ihrer Stellen - nach Verhandlungen mit dem Management bleibt die Mehrzahl erhalten Bild: dpa

Der Siemens-Standort Offenbach steht vor dem Aus. Das Gros der Mitarbeiter soll nach Frankfurt-Niederrad wechseln. Dennoch sieht die IG Metall in dem Börsengang der Kraftwerk-Sparte von Siemens eine Chance für Offenbach.

          Der Börsengang der Kraftwerksparte von Siemens bietet  laut der IG Metall für den Standort Offenbach Chancen. Die Kraftwerksparte könnte künftig eigenständiger auftreten, meint Marita Weber, die die Geschäfte der IG Metall Offenbach führt. Zuletzt habe Siemens Power and Gas, wie die Geschäftseinheit heißt, „mehr auf Entwicklungen reagiert als auf die Zukunft blickend agiert“.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Den Standort Offenbach, dessen Ingenieure Gaskraftwerke planen und Projekte in aller Welt betreuen, wird es aber nach dem Stand der Dinge bald nicht mehr in dieser Form geben. Im Herbst haben sich Siemens und Arbeitnehmervertreter auf den Abbau von 368 der 800 Stellen geeinigt. Die 368 Mitarbeiter müssten binnen zwei Jahren gehen. Vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen. Ursprünglich hatte Siemens den Standort ganz aufgeben wollen. Bis 2020 sollen nun die verbleibenden Mitarbeiter zu Siemens in Niederrad wechseln.

          An diesen Plänen will der Konzern auch nicht rütteln, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Sparte leidet unter einer Nachfrageflaute. Deshalb baut Siemens in Deutschland mehr als 2000 Stellen ab.

          IG Metall stellt Bedingungen

          Die Betriebsräte und die IG Metall akzeptieren laut Weber die Pläne für den Börsengang. Sie haben nach Angaben der Gewerkschaftssekretärin erreicht, dass das neue Unternehmen seinen Sitz in Deutschland haben werde. „Um die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten, müssen die wesentlichen Beschäftigungsbedingungen der Siemens AG ohne Wenn und Aber übernommen werden“, fordert sie und verweist auf die Tarifbindung, Übereinkünfte zur Beschäftigungssicherung und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sowie die betriebliche Altersvorsorge.

          Auch auf einen Innovationsfonds wie bei Siemens selbst legten die Arbeitnehmervertreter wert. Denn: Entscheidende Voraussetzungen für seinen Erfolg seien Innovationen, wie Weber hervorhebt.

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