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Frankfurt nach der Autoschau : Werber sehen IAA-Verlust als Chance

Umparker: Marketingexperte Claudio Montanini sieht das Aus für die IAA in Frankfurt als Chance für die Stadt an, das Thema Mobilität neu zu denken Bild: Esra Klein

Der Verlust der Autoschau IAA gilt als Schlag für den Messestandort Frankfurt. Doch Marketingexperten können ihm auch etwas Gutes abgewinnen: Frankfurt könne nun das Thema Mobilität „neu aufsetzen“.

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          Als Werber weiß man, wie man Überschriften produziert. Claudio Montanini ist Geschäftsführer der Frankfurter Kommunikationsagentur PSM&W und zugleich Präsident des Marketingclubs Frankfurt. In dieser Funktion ist es an ihm, den rund 1000 Mitgliedern des größten Marketinclubs Deutschland Impulse zu geben. Auf dem Neujahrsempfang des Clubs stellte Montanini deshalb einen ungewöhnlichen Vergleich an, um damit die Aufmerksamkeit der 280 Gäste auf sich zu ziehen. Denn seiner Meinung nach haben die Klimaaktivistin Greta Thunberg, der Unternehmer und Tesla-Gründer Elon Musk und der amerikanische Präsident, so unterschiedlich sie auf den ersten Blick sein mögen, eines gemeinsam: „Sie stehen für radikale Veränderung, Disruption und ein völlig neues Denken.“

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Was das mit den Marketingverantwortlichen in der Rhein-Main-Region zu tun hat? Montanini ist überzeugt, dass das bevorstehende Jahrzehnt zu einem Zeitalter des „fundamentalen Umbaus der Gesellschaft und des Wertesystems“ werde. Für das Marketing müsse aus dieser Erkenntnis ein Umdenken abgeleitet werden. So müsse man sich ernsthaft fragen, wie man der jungen Generation künftig noch Produkte verkaufen wolle, weil jüngere Menschen zum Beispiel auf Nachhaltigkeit immer mehr wert legten und Dinge weniger besitzen, sondern überwiegend nur noch nutzen wollten. Auch die Mobilität müsse völlig neu gedacht werden, glaubt der Marketing-Experte.

          Thema Mobilität „neu aufsetzen“

          Diese Vision sei auch eine Chance für den Standort Frankfurt. Denn der Verlust der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) sei zwar sicher bitter für Hotelbetreiber und Taxifahrer. Allerdings könne Frankfurt nun das Thema Mobilität „neu aufsetzen“, so Montanini. So wäre Frankfurt demnach „als vertikale Stadt der kurzen Wege, als Greater Frankfurt mit sechs Millionen Menschen und einer Lage im Herzen von Europa“ prädestiniert für einen mobilen Neustart „mit einer innovativen Mobilitätsmesse und revolutionären Verkehrskonzepten“.

          Der Marketingclub will sich deshalb in diesem Jahr ebenfalls dem Thema Mobilität intensiver denn je widmen, „und wir wollen uns auch in die Debatte um die künftige Mobilität in Frankfurt einmischen“, kündigte Montanini an. Dabei forderte der Präsident des Marketingclubs, das nach dem Brexit neu gewonnene Selbstbewusstsein der Stadt weiter zu nutzen und auszubauen.

          Die Kreativwirtschaft ist in Hessen mit mehr als 20.000 Unternehmen eine wichtige Branche, den zuletzt veröffentlichten Zahlen aus dem Jahr 2018 zufolge sind dort in dem Bundesland rund 127.000 Männer und Frauen beschäftigt.

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