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IAA : Luxusschlitten und Bratwurst

  • -Aktualisiert am

Objekt der Begierde: Auch diese Mercedes-Studie zieht die Autobegeisterten in Massen an. Bild: Wonge Bergmann

Die IAA-Besucher mögen die Großen der Branche und erleben Elektromobilität. Ein Rundgang über das Messegelände.

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          Schon am Hauptbahnhof läuft der Gast den attraktiven Vorboten in die Arme. Noch bevor die Menschen eine S-Bahn Richtung Messegelände bestiegen haben, um die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) zu besuchen, bringen Werbedamen eines großen süddeutschen Automobilherstellers die ersten Informationsbroschüren unter die Leute. Ihrem Lächeln können sich viele nicht entziehen und greifen bereitwillig zu.

          Dicht gedrängt schieben sich die Besucher der Ausstellung an diesem Sonntagmittag durch die Hallen. Wer Probe sitzen möchte, muss sich vielerorts einreihen und warten, bis er dran ist. Am Stand des britischen Automobil-Konzerns Lotus Cars in Halle 5 regelt das ein braungebrannter Herr mit kahlrasiertem Haupt und Tattoo auf der Kopfhaut. An einem Infoschalter wenige Schritte hinter ihm tippt eine Hostess auf einem iPad herum. Zur Musik, die erklingt, könnte man sich ohne weiteres Geheimagent MacGyver während der Vorbereitung eines finalen Rettungsplanes vorstellen.

          „Nils“, der kleine strombetriebene Einsitzer

          Nicht nur die Großen der Branche ziehen die Messebesucher augenscheinlich an. Auch dem russischen Unternehmen namens Yo-Auto gelingt es, das Publikum anzulocken. Beim Anblick eines roten, russischen Flitzers, des Y-Concept 7, enthüllt jeder zweite reflexartig seinen Fotoapparat und beginnt zu knipsen. Auffällig viele Besucher stolpern von der weiß-leuchtenden Ausstellungsplattform zurück in den Publikumsstrom.

          Unter freiem Himmel riecht es nach gebrannten Mandeln, ein paar Meter weiter tummeln sich Hungrige vor einer Bude. Sie wählen den Klassiker, Bratwurst im Brötchen – so wie Hakija Karic. Eigentlich sei sein Fachgebiet die Poesie, sagt der bosnische Journalist. Auf der Messe will er sich über Fortschritte auf dem Gebiet der Elektromobilität informieren und den Wissenschaftlern der Technischen Universität München einen Besuch abstatten. Diese präsentieren ihr Elektrofahrzeug „Mute“. Natürlich hat auch Volkswagen (VW) einen Bereich seines knapp 9000 Quadratmeter großen Areals dem nachhaltigen Fahren gewidmet. Dort steht etwa „Nils“, der kleine strombetriebene Einsitzer. „Think Blue“ ermuntert VW die Gäste in dieser Ecke. Auf einem gigantischen Touchscreen kann jeder nach bestimmten Kriterien das für sich passende Auto der Zukunft wählen.

          Auffallend viele Väter sind mit ihren Söhnen unterwegs

          In Halle 3, wo außer VW noch Porsche und Renault sitzen, hängen sich die Leute nicht ganz so dicht auf der Pelle. In der Beatle-Ecke schwingen regelmäßig zwei Showtänzerinnen ihre Hüften. Mit ihren weißen, luftigen Kleidern und hochhackigen Schuhen vermögen sie die Blicke der Männer nicht weniger zu fesseln als die glänzenden Karosserien wenige Meter weiter.

          Gerade um die Luxus- und Sportschlitten der Branchengrößen stehen die Schaulustigen in zwei Reihen, um wenigstens kurz freie Bahn für ein Foto zu haben. Wer groß genug ist, streckt seinen Fotoapparat in die Höhe und drückt ab. Das Foto im Kasten, weist ein junger Mann seine beiden Begleiter an: „Okay, wir können weiter!“ Automobilschau am Fließband. Für den kleinen Fiat Panda, der gegenüber steht, interessiert sich kaum jemand.

          Auffallend viele Väter sind mit ihren Söhnen unterwegs. Die Konstellation Mutter-Tochter fällt hingegen nicht ins Auge. Thomas Wörner und seinem Sohn hat der Audi-Stand gut gefallen. Aufbau und Präsentation, das sei alles sehr ansprechend gewesen, sagt Wörner. Und erst die Lichteffekte. „Die haben sich viel Mühe gegeben.“ Und das nicht vergebens: Mehr als 350 000 Besucher haben die weltgrößte Automesse 2011 bislang besucht, wie der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, im Tagesverlauf mitteilt. Das bedeute ein Plus von zehn Prozent gegenüber der IAA 2009.

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