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Signal von Sanofi gefordert : „Holpriges“ Management des Wandels

Unzufrieden: Mitarbeiter von Sanofi demonstrierten vor der jüngsten Betriebsversammlung gegen Stellenabbau Bild: IG BCE

180 Stellen will der Arzneimittelhersteller Sanofi in Frankfurt abbauen und andere Schwerpunkte der Forschung setzen. Die Gewerkschaft erkennt die Notwendigkeit von Wandel zwar an. Sie vermisst aber eine bestimmte Ansage.

          Im Rückblick meint Ralf Erkens: „Aus Gewerkschaftersicht können es immer mehr sein.“ 400 Beschäftigte des Arzneimittelherstellers Sanofi hat der Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie am Montag für eine Demonstration gegen den geplanten Stellenabbau im Werk Höchst gewinnen können. Am Standort arbeiten etwa 8000 Frauen und Männer für die Firma. Rund 140 Arbeitsplätze will Sanofi in der Diabetes-Forschung abbauen und einige andere dazu. Die Gewerkschaft spricht von 180 Stellen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Armin Wick, der Vorsitzende der Vertrauensleute bei Sanofi im Werk Höchst, spricht vom 14. Stellenabbauprogramm seit der Jahrtausendwende. Laut Erkens hat die Firma dort in den vergangenen Jahren 2000 Arbeitsplätze „bewegt“ – durch Befristung und Abbau etwa. Aber, das gesteht er zu, auch durch Neueinstellungen, die es vor wenigen Jahren zu Hunderten gab.

          Umsätze unter Druck

          Im Hause Sanofi Deutschland ist die Restrukturierung ein laufender Prozess, wie er meint. „Das ist vielleicht auch der Größe des Betriebs geschuldet.“ Die Notwendigkeit eines Wandels erkennt Erkens durchaus an. Aktuell will Sanofi die Diabetes-Forschung zugunsten der Arbeit an biotechnisch erzeugten Mitteln gegen Krebs und seltene Krankheiten zurückfahren. Der mögliche Therapiefortschritt bei Diabetes sei überschaubar – anders als bei Krebs etwa. Zudem kann das Unternehmen mit Wirkstoffen gegen Tumore und seltene Krankheiten mehr Geld verdienen als mit Medikamenten für Zuckerkranke.

          Der Umsatz der Sparte steht seit vielen Monaten unter Druck. Denn der jahrelange Kassenschlager von Sanofi, das Langzeitinsulin Lantus ist vor gut vier Jahren aus dem Patent gelaufen und kämpft mit der Konkurrenz von Nachahmerprodukten. Dies ist vor allem in Amerika der Fall.

          Das weiß auch Erkens. Dessen ungeachtet empfindet er das „Veränderungs-Management“ als recht „holprig“. Etwa die Ansage, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, wäre ein gutes Signal, meint er. Zumal die Arbeit im Werk Höchst nicht weniger wird.

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