https://www.faz.net/-gzg-9sfk3

Hohe Zinsen, hohes Risiko : Bye-bye, Darlehen

Pech für Anleger: Trotz der Glückskatzen, die in Frankfurter Coa-Restaurants winken, steckt die Asia-Kette im Insolvenzverfahren. Bild: Rüchel, Dieter

Zinsen von 7,5 Prozent gibt es nicht ohne Risiko. Anleger, die den Unternehmen Coa und Kofler Kredit gegeben haben, werden ihr Geld womöglich nicht wiedersehen.

          3 Min.

          Es sind Zahlen, bei denen die Dollarzeichen in den Augen blinken. Garantiert vier, fünf oder sogar 7,5 Prozent Zinsen im Jahr und nach fünf Jahren Laufzeit womöglich noch eine Schippe drauf – welcher Sparer kommt bei solchen Versprechen nicht in Versuchung. Es macht schon lange keinen Spaß mehr, Geld auf der hohen Kante zu haben. Eine „1“ vor dem Komma gilt inzwischen als gutes Angebot. Wer 100.000 Euro und mehr auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto hat, muss damit rechnen, dass er dafür demnächst unter Umständen Gebühren zahlen muss. Denn immer mehr Banken und Sparkassen reichen nach Information von Zinsvergleichsportalen die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) an vermögende Privat- oder Geschäftskunden weiter. Sollte der Einlagenzins der EZB weiter sinken, könnten demnächst auch durchschnittliche Anlagensummen betroffen sein.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Deswegen aber sind Zinsversprechen von fünf Prozent und mehr Zahlen, bei denen statt der Dollarzeichen besser alle Warnlichter blinken sollten, wie Sylvia Beckerle, Finanzberaterin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz deutlich macht. „Es mag Projekte in der Nachbarschaft geben, bei denen Anleger mit kleineren Summen durchaus mal etwas auf den Weg gebracht haben. Hohe Zinsen bedeuten aber grundsätzlich immer ein hohes Risiko.“ Diese Erfahrung machen gerade die mehr als 700 Anleger, die die Asia-Gastronomiekette Coa im vergangenen Jahr im Zuge einer Crowdfunding-Kampagne mit 1,5 Millionen Euro ausgestattet hatten. Damit sollten neue Filialen eröffnet werden. Fünf Jahre lang sollten die Investoren 7,5 Prozent Zinsen im Jahr bekommen, zudem einen Bonus zwischen vier und zwölf Prozent bei guter Umsatzentwicklung – ein traumhaftes Angebot.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Eine Randfigur? Kronprinz Wilhelm von Preußen (r.) mit Joseph Goebbels (M.) und Georg Heinrich von Neufville beim Polizeisportfest 1933 in Berlin

          Coup von Böhmermann : Alles ans Licht

          TV-Moderator Jan Böhmermann hat die vier Gutachten zu den Entschädigungsansprüchen des Hauses Hohenzollern veröffentlicht. Jetzt kann die Öffentlichkeit endlich frei über den Fall diskutieren.
          Der Verleger Holger Friedrich hat sich gleich in mehreren Punkten verrechnet.

          „Berliner Zeitung“ : Verleger Friedrich hat sich verspekuliert

          Stasi-Vorwürfe, Interessenkonflikt und nun auch noch eine Abfuhr des Berliner Senats. Für den IT-Millionär Holger Friedrich erweist sich sein Investment in den Berliner Verlag als echtes Problem. Sein Geschäftsmodell steht in Frage.