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Höhere Bezugskosten : Gasversorger: Um ein Fünftel höhere Preise zum Herbst

Die Mainova wird zum September die Gaspreise um neun Prozent anheben, wie sie im Mai mitteilte Bild: AP

Wer mit Erdgas heizt, muss sich auf höhere Preise zum Herbst einstellen. Das gilt zumindest für die Kunden der Friedberger Oberhessen-Gas und der Wiesbadener Eswe. Mainova und Süwag halten sich bedenkt, die Entega will die Preise stabil halten.

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          Wer mit Erdgas heizt, muss sich auf höhere Preise zum Herbst einstellen. Das gilt zumindest für die Kunden der Friedberger Oberhessen-Gas und der Wiesbaden Eswe, die von Oktober an mehr berechnen wird. Dagegen plant die Entega in Darmstadt mit konstanten Tarifen. Die Frankfurter Mainova AG will den Markt beobachten. Zur Frage, ob sie über den schon für September angekündigten Aufschlag von neun Prozent die Preisschraube fester anziehen werde, hält sie sich bedeckt.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Oberhessen-Gas, eine Tochter der Mainova und der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG in Friedberg, dürfte 20 bis 25 Prozent mehr für Gas verlangen als derzeit, wie Geschäftsführer Herbert Kiefer dieser Zeitung sagte. Zwar stehe dies bisher nicht fest, da der Aufsichtsrat noch zustimmen müsse – doch unter einem Fünftel dürfte es kaum abgeben. Schließlich gäbe die Oberhessen-Gas selbst dann nicht einmal die gestiegenen Bezugspreise in vollem Umfang weiter. Die Oberhessen-Gas, die 7600 Abnehmer zwischen Limeshain und Grünberg beliefert und damit ein kleiner Versorger ist, hat zuletzt im Mai die Gaspreise um 8,3 Prozent angehoben. Seitdem seien die Preise, die der Versorger seinen Zulieferern zahle, um gut 15 Prozent geklettert, sagte Kiefer. Angesichts des steigenden Ölpreises, an den der Gaspreis gekoppelt sind, erwartet er weitere Aufschläge in gleicher Höhe.

          „Nicht um 40 Prozent höher“

          Der Geschäftsführer meint, dass kein Versorger unter der Marke von 20 Prozent zum Herbst bleiben könne – „außer es ist ein politisch gewollter Preis“. Denn Gaslieferanten seien schließlich auch Wirtschaftsunternehmen und hätten Nachholbedarf. Denn das Betriebsergebnis verschlechtere sich, wenn sie selbst mehr für Gas zahlen müssten, die Preisaufschläge aber nicht an die Kunden weitergäben. Die vom Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller (SPD), ins Gespräch gebrachten 40 Prozent zum Herbst hält er aber für nicht nachvollziehbar: Müller müsse andere Informationen haben als die Gasversorger.

          Bei der Mainova, die 210.000 Kunden in Frankfurt und Umgebung sowie in Bonn mit Gas beliefert, wird dies ebenfalls so gesehen. Müllers Prognose sei „extrem zu hoch gegriffen“, sagte Sprecher Frank Döbert. Ob und inwieweit der Frankfurter Versorger über die Preiserhöhung zum September hinaus reagieren werde, sei derzeit offen. „Wir müssen sehen, wie sich die Beschaffungskosten entwickeln.“ Die Süwag in Frankfurt äußerte sich gleichlautend; sie beliefert rund 20.000 Haushalte in der Rhein-Main-Region. Die Entega plant nicht, zum Herbst mehr für Gas zu berechnen, wie es bei der Vertriebstochter der Südhessischen Energie AG und der Stadtwerke Mainz heißt, die 160.000 Kunden zählt.

          Um wieviel die Eswe Gas verteuern wird, lässt Sprecher Roland Krämer offen. Um 40 Prozent werde es aber nicht aufwärts gehen, sondern um deutlich weniger. Im August will die Eswe ihre 52.000 Kunden genau informieren.

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