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Hessisches Leuchtturm-Projekt : Zeitarbeiter zu Altenpflegern

  • -Aktualisiert am

„Wer im Rhein-Main-Gebiet als examinierte Pflegekraft keinen Arbeitsplatz hat, macht etwas grundsätzlich falsch”, sagt ein Experte Bild: dpa

Kaum eine Branche beklagt sich so über den Fachkräfteangel so wie die Altenpflege. Die Arbeitagentur in Hessen und drei Personaldienstleister wollen dem Mangel abhelfen: mit dem Leuchtturm-Projekt, bei dem Zeitarbeiter zu Altenpflegern ausgebildet we

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          Kaum eine Branche beklagt sich so über den Mangel an Fachkräften wie die Altenpflege. Aushelfen müssen daher zunehmend Leiharbeiter, denen damit die verantwortungsvolle Aufgabe der stationären Pflege zukommt, obwohl sie dafür oftmals nicht ausgebildet sind. Auf der anderen Seite stehen Zeitarbeitsfirmen vor der Herausforderung, dass ihre ungelernten Arbeitskräfte in vielen Unternehmen als Erste gehen müssen, wenn es wirtschaftlich schlechter läuft. Zwei Probleme, eine Lösung: Mit den drei Anbietern Adecco, Manpower und Randstad eröffnet die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit Leiharbeitern die Chance, sich zu examinierten Altenpflegern ausbilden zu lassen. Leuchtturm-Projekt heißt das Programm, das im Oktober begonnen hat.

          Möglich wurde es mit dem Konjunkturpaket II, denn finanziert wird das Projekt aus den Mitteln von „Wegebau“. Das Programm, das sich ursprünglich an gering qualifizierte Kurzarbeiter richtete, enthält seither auch Gelder, um Angestellte in der Zeitarbeitsbranche weiterzubilden. „Unser Ziel ist es, dass die Unternehmen ihre Angestellten qualifizieren, statt sie zu entlassen“, sagt Angela Köth von der Regionaldirektion Hessen. Die Arbeitsagentur übernimmt dabei die Kosten für die Ausbildung, während die zuvor arbeitslosen Arbeitnehmer unbefristete Verträge bei den Zeitarbeitsfirmen erhalten.

          „Für diese Arbeit nicht jeder geeignet“

          Die Kooperationspartner suchten in Gruppengesprächen geeignete Kandidaten für die dreijährige Ausbildung. „Für die Arbeit in diesem sensiblen Umfeld eignet sich nicht jeder“, sagt Angela Köth, „deshalb war die Ausbeute bei den Gruppengesprächen sehr spärlich.“ Gerade zehn Kandidaten erwiesen sich als geeignet für das Projekt. „Es ist sehr schwer, zur Qualifizierung zu motivieren“, stellte Vijdan Daskiran fest, die für Adecco am Leuchtturm-Projekt mitwirkt. Das Unternehmen schickte vier Mitarbeiter zur Ausbildung. Sie lernen Altenpflege in Theorie und Praxis und werden sich nach erfolgreichem Abschluss examinierter Altenpfleger nennen dürfen.

          So kann sich auch Bernd Trost über eine neue Mitarbeiterin freuen. Der Leiter des Franziska-Schervier-Altenheims am Rande der Frankfurter Innenstadt nahm das Angebot gerne an, eine der Kandidaten auszubilden. Trost, der in der Pflege noch keine regulären Zeitarbeiter beschäftigt, kann dem Projekt viel positives abgewinnen. „Wenn es so weiterläuft wie bisher, ist das eine runde Sache“, sagt er. Seine neue Auszubildende habe sich von Anfang an gut eingeführt und kann darauf hoffen, übernommen zu werden. „Wer im Rhein-Main-Gebiet als examinierte Pflegekraft keinen Arbeitsplatz hat, macht etwas grundsätzlich falsch“, beschreibt Trost den Fachkräftemangel in seiner Branche.

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