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Steuerausfälle durch Covid-19 : Eine Viertelmilliarde weniger für Hessens Kommunen

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Euro-Symbol in Frankfurt: Hessische Kommunen verzeichnen enorme Steuerausfälle durch die Coronakrise. Bild: dpa

Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Einnahmequelle für Kommunen. Im dritten Quartal sind die Zahlungen der Unternehmen in Hessen wieder deutlich angestiegen – aber immer noch niedriger als 2019.

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          Hessische Unternehmen haben im dritten Quartal mehr Gewerbesteuer überwiesen als noch ein Quartal zuvor: Das Statistische Landesamt in Wiesbaden meldete einen Anstieg der Einzahlungen bei den Gemeinden auf insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal dieses Jahres, in dem der Corona-Lockdown viele Geschäfte ausbremste, hatten die Unternehmen nur 880 Millionen Euro vorausbezahlt. Am stärksten stiegen die Einnahmen in Frankfurt, dort waren es 50 Prozent mehr als im zweiten Quartal.

          Allerdings sind die Vorauszahlungen der Steuer, die sich am Gewinn orientiert, noch immer so gering wie zuletzt in den Finanzkrisenjahren 2010 und 2011. Hält dieser Trend an, könnte den hessischen Kommunen am Jahresende eine Milliarde Euro an Gewerbesteuer fehlen - vergangenes Jahr hatten sie 5,4 Milliarden Euro aus dieser Steuer eingenommen. Die Gewerbesteuer ist für Kommunen die wichtigste Einnahmequelle.

          Etwa die Hälfte dieses Milliardenverlustes muss Frankfurt hinnehmen. Hessens größte Stadt kassiert normalerweise alljährlich rund zwei Milliarden Euro an Gewerbesteuer. Allein von Januar bis Ende September hat sie jedoch 400 Millionen Euro weniger eingenommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres - dieser Verlust ist fast doppelt so hoch wie der gesamte Etat der Stadt für Kulturförderung, Theater, Museen und den Zoo. In Frankfurt haben die größten Gewerbesteuerzahler Hessens ihren Sitz, darunter große Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche sowie große Finanzinstitute.

           

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