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FAZ Plus Artikel Onlinepranger gegen Lokale : „Die wollen uns wohl fertigmachen“

Fühlt sich zu Unrecht angeprangert: Lieferdienst-Betreiber David Ibrahimi. Bild: Marcus Kaufhold

Seit kurzem veröffentlicht die hessische Landesregierung im Internet Restaurants und Hotels, die wegen mangelnder Hygiene gerügt wurden. Die Kriterien dafür seien willkürlich, finden die Genannten. Sie fühlen sich zu Unrecht gegängelt.

          David Ibrahimi hatte sich auf die Heimfahrt gefreut. Doch als der Bundeswehrreservist Anfang März von einer Auslandsreise am Frankfurter Flughafen ankam, klingelte das Telefon. Es war seine Frau: Ihr gemeinsamer Laden, ein Pizza-Lieferservice in Wiesbaden, sei von den Behörden geschlossen worden, wegen angeblicher Hygienemängel. Ibrahimi fuhr direkt in das Geschäft und krempelte die Uniformärmel hoch. Er wollte, erzählt er heute, schnell beim Putzen helfen, damit die Kontrolleure Ruhe gaben. Doch erst ein paar Tage später durften sie wieder öffnen.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ibrahimi, 1974 in Kabul geboren und in Wiesbaden aufgewachsen, hat ohnehin nur wenig Gutes über die Behörden zu sagen. Er fühlt sich von ihnen gegängelt und zu Unrecht verfolgt. Doch nun wird seine Firma auch noch seit Montag auf einer Internetseite des hessischen Verbraucherschutzministeriums aufgelistet, die Kritiker einen „Hygiene-Pranger“ nennen. „Unglaublich und unerträglich“, findet Ibrahimi.

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          Die Rechtslage

          Die Veröffentlichung von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht ist in einem Bundesgesetz geregelt. Die Information der Öffentlichkeit „soll“ zum Beispiel erfolgen, wenn dies zur Gefahrenabwehr notwendig ist, weil „in nicht unerheblichem Ausmaß“ gegen die Regeln verstoßen wurde. Genannt werden darf demnach auch der Name des Unternehmens. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte in einem Urteil 2018, dass die Veröffentlichung in solchen Fällen zwar zulässig ist, sie müsse aber zeitlich begrenzt werden. Diese Frist hat der Bundesrat vergangenen Freitag beschlossen, sie beträgt nun bundesweit sechs Monate. Die Länderkammer forderte die Bundesregierung zudem auf, einen einheitlichen Bußgeldkatalog zu erstellen. Für die Kontrolle und die Ahndung von Verstößen sind die Aufsichtsbehörden der Landkreise zuständig. Welche Strafen sie verhängen und auf welchem Weg sie die Öffentlichkeit informieren, ist ihnen überlassen. So stellt in Hessen bisher nur die Stadt Wiesbaden die Informationen über Verstöße ins Netz. Wirtschaftsverbände kritisieren darum, dass die Veröffentlichung nur für eine Scheintransparenz sorge. Dem Verbraucherschutz sei eher geholfen, wenn mehr Prüfer eingestellt würden. 150 Lebensmittelkontrolleure sind in Hessen unterwegs. Allerdings gibt es in dem Bundesland 3300 Hotels und 18.000 Gaststätten, Caterer und Lieferdienste. (fahe.)