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Banker-Zuzug nach Frankfurt : Helaba senkt eigene Brexit-Prognose

Profiteur: Der Finanzplatz Frankfurt nimmt viele Banker aus London auf, aber nicht so viele wie ehedem von der Helaba vorhergesagt Bild: dpa

In Frankfurt lautet das Mantra: Der eigene Finanzplatz wird sehr vom Brexit profitieren und Tausende Banker aus London aufnehmen. Doch es kommen weitaus weniger Banker an den Main als gedacht, wie die Helaba vorhersagt.

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          Der Finanzplatz Frankfurt hatte sich viel versprochen vom geplanten EU-Austritt der Briten. Viele Finanzinstitute, so die Erwartung, würden von der Themse an den Main ziehen, um in der Europäischen Union weiter Geschäfte machen zu dürfen. Gerade Vermieter in Frankfurt hatten mit dem erwarteten Zuzug der Banker begründet, dass die Mieten schnell stiegen – und viele Mieter hatten dies auch akzeptiert.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch der Zuzug von Bankern fällt offenbar deutlich geringer aus als lange gedacht. Zwar hätten 31 ausländische Brexit-Banken Frankfurt als neuen Standort gewählt, berichtet die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Viele Arbeitsplätze seien damit aber nicht verbunden: Bis 2021 würde der Zuwachs brutto 3500 Stellen betragen. 2017 und 2018 hatte Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud noch mit „mindestens 8000 Finanzjobs“ gerechnet, die Hälfte davon bis Ende 2020. Im Fall eines „No-Deal“ könnten es noch mehr sein, hieß es damals.

          Nun jedoch berichtet die Helaba, dass der Nettogewinn an Finanzjobs nur 600 Stellen bis 2021 betrage, da zugleich hiesige Finanzinstitute Personal reduzierten. In der Stadt wären dann 64.500 Banker beschäftigt – im Vergleich zum Jahr 2018 ist das ein Plus von nur einem Prozent. Ein Grund für die gesenkte Prognose sei, dass gerade deutsche Banken – die sich Stellenabbau vorgenommen haben – weniger Jobs nach Frankfurt verlegten.

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