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Ausblick verhalten : Helaba-Chefvolkswirtin mit fast punktgenauer Dax-Prognose

Fingerzeig: Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, hat erstaunlich oft den Dax-Verlauf gut vorhergesagt Bild: Wolfgang Eilmes

Wo landet der Deutsche Aktienindex Dax zum Ende des nächsten Jahres? Erstaunlich oft hat sich die Helaba-Chefvolkswirtin treffsicher gezeigt. So auch dieses Mal. Ihre Prognose für 2021 fällt verhalten aus.

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          Die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, Gertrud Traud, hat bei ihren Prognosen für den Deutschen Aktienindex einen Ruf zu verteidigen. Immer wieder hat sie seinen Stand über Monate, ja sogar über ein Jahr hinweg bemerkenswert genau vorhergesagt. Auch im schwierigen Jahr 2020 ist ihr das wieder gelungen. 13.500 Punkte lautete die Prognose, die sie vor Jahresfrist abgegeben hatte, und mit 13.719 Punkten hat der Dax am letzten Handelstag geschlossen.

          Manfred Köhler
          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Das ist umso auffälliger, als Traud so wenig wie irgendwer sonst ahnen konnte, wie die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft durchrütteln würde. Doch die Alternativen zur Geldanlage in Aktien bleiben rar, und zuletzt haben die Hoffnungen auf ein Ende der Pandemie dank der beginnenden Impfungen die Kurse noch einmal getrieben. Der drastische Einbruch des Dax im Frühjahr bis auf 8256 Punkte ist längst vergessen. Man darf staunen, dass sich die schwerste Wirtschaftskrise seit langem nicht stärker auf die Börsen auswirkt – aber es ist nun einmal so.

          Eine Abweichung von gut 200 Punkten ist schon niedrig, doch im Jahr zuvor hatte Traud den Jahresendstand sogar um gerade einmal 49 Punkte verfehlt. 2011 waren es noch weniger, nämlich gerade einmal zwei Punkte gewesen, aber da ging es um eine Prognose aus dem September für das Jahresende. Die Abweichung von 112 Punkten im Jahr darauf war auch beachtlich klein.

          Verhaltene Prognose

          Richtig daneben lag die Chefvolkswirtin des Frankfurter Kreditinstituts nur 2018, als sie zu Jahresbeginn den Dax Ende Dezember bei 12.300 Punkten gesehen hatte, tatsächlich aber nur 10.559 Punkte erreicht wurden. Doch auch damals waren Geldanleger immer noch besser gefahren, wenn sie sich an ihrer Prognose als an der anderer Fachleute orientiert hatten – denn im Schnitt hatten die Volkswirte der großen Banken damals 13.900 Punkte zum Ende des Jahres vorhergesagt.

          Und was erwartet Traud nun 2021? Am Jahresende sieht sie den Dax bei 14.000 Punkten, womit sie skeptischer ist als die Branche insgesamt, der Durchschnitt der Prognosen liegt bei 14476. So oder so: Nach Ansicht der Fachleute wachsen die Bäume nicht in den Himmel, am Montag lag der Index schon bei fast 13900. Wiedervorlage in zwölf Monaten.

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