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„Schaden Welt mehr als Putin“ : Helaba-Chefvolkswirtin kritisiert Russland-Sanktionen

Meinungsfreudig: Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud Bild: Frank Röth

Der Krieg in der Ukraine könne mit Sanktionen gegen Russland nicht gewonnen werden – sie schadeten Deutschland und der ganzen Welt mehr als dem Land, gegen das sie gerichtet seien. Das meint die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, Gertrud Traud.

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          Der Krieg gegen die Ukraine könne mit Sanktionen gegen Russland nicht gewonnen werden – sie schadeten Deutschland und der ganzen Welt mehr als dem Land, gegen das sie gerichtet seien. So schreibt die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, Gertrud Traud, in ihrem neuesten Newsletter „Vertrau(d)lich“. Die Auswirkungen des Krieges und der Sanktionen auf die russische Wirtschaft seien deutlich geringer als zunächst erwartet.

          Manfred Köhler
          Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Denn einerseits sei das Land gut auf den Krieg vorbereitet gewesen, andererseits sei es in der Welt weniger isoliert als erhofft. Die Industrieproduktion Russlands sei im April zwar eingebrochen, aber nicht so stark wie in der globalen Finanzkrise 2009. Zwar verließen Fachkräfte das Land, was sein langfristiges Wachstumspotential schwäche, doch könne das Regime dadurch sogar gestärkt werden, schreibt Traud weiter.

          „Bedeutung der Rohstoffe für die Welt unterschätzt“

          Denn die Verknappung von Importgütern habe Russland nicht so destabilisiert wie erwartet, vielmehr habe sich die „Pro-Putin-Stimmung“ noch verstärkt. Der Handel mit anderen Ländern nehme zu. So halte China am Bau einer Gaspipeline fest. Ärmere Länder, die von russischen Lieferungen abhängig seien, verhielten sich in der Tendenz prorussisch, die Gefahr einer Krise in solchen Ländern wachse durch die Sanktionen.

          Je stärker sie ausfielen, desto mehr werde es außerdem in Russland „alternative“ Wege der Versorgung geben, Schmuggel zum Beispiel oder Zuteilungen durch den Staat. „Beides sollte tendenziell die Zusammenarbeit mit dem Regime erhöhen.“ Trauds Fazit in ihrer Veröffentlichung: „Der Westen hat die Verletzlichkeit Russlands über- und die Bedeutung seiner Rohstoffe für die Welt unterschätzt.“

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