https://www.faz.net/-gzg-9rrs8

Überwiegend Frauen betroffen : Versandhändler Schwab baut 240 Arbeitsplätze ab

Abbau: Schwab kappt die Retourenabwicklung in Hanau Bild: dapd

Der Hanauer Versender Schwab baut 240 Stellen in seinem Retouren-Betrieb ab. Betroffen von diesem Schritt sind überwiegend Frauen. Die Retouren soll ein namhafter Partner abwickeln.

          2 Min.

          In Hanau verlieren 240 Personen ihren Arbeitsplatz: Die zur Otto-Gruppe gehörende Schwab Versand GmbH schließt ihren Retouren-Betrieb am Kinzigheimer Weg. Derzeit sind dort 390 überwiegend angelernte gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt. Die meisten sind Frauen mit befristeten Verträgen, die nicht mehr verlängert werden. Die verbleibenden Mitarbeiter sollen nach Firmenangaben eine alternative Beschäftigung erhalten.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Die Aufgabe der Rücksendeabteilung war nach Unternehmensangaben schon im Jahr 2015 von der Konzernleitung beschlossen worden. Damals wurde das Aus auf 2019 datiert, dann war von einer Verschiebung auf Februar 2021 die Rede. Jetzt soll nach den Worten einer Unternehmenssprecherin das 9000 Quadratmeter große Retouren-Lager im April 2020 geschlossen werden.

          Otto als Partner für Retouren

          Die Verwaltung mit Vertrieb, Marketing und Personalabteilung soll zunächst am Standort bleiben, wie es heißt. Dagegen wird der Warenrücklauf, der sich nicht nur auf Schwab bezieht, sondern auch auf weitere Marken wie Witt und Bon-Prix, komplett aus Hanau abgezogen.

          Die Retouren sollen danach an anderen Standorten des Otto-Konzerns bearbeitet werden. Wie es mit den Immobilien des Unternehmens in der Nähe des Hanauer Hafens weitergeht, steht noch nicht fest. Derzeit werde der Verkauf von Bürogebäude und Halle geprüft, heißt es. Möglich sei aber auch eine Weiternutzung, so könnte die Halle eventuell zu einer Lagerfläche werden.

          Prinzip des „Ein-Mann-Handlings“

          Im Schwab-Lager in Langenselbold sollen unterdessen die Logistik-Kapazitäten umstrukturiert und erweitert werden. Ausbauen will man dort das Prinzip des „Ein-Mann-Handlings“, bei dem ein Mitarbeiter allein für Bestellungen bis zu einem bestimmten Gewicht zuständig ist. In Langenselbold entstehen laut Schwab 70 bis 80 unbefristete neue Arbeitsplätze, von denen einige von Mitarbeitern des derzeitigen Retourenbetriebs besetzt werden sollen. Insgesamt beschäftigt Schwab in Hanau und Langenselbold 1093 Personen, darunter 400 mit gewerblichen Arbeitsplätzen. 170 Beschäftigte sind es zurzeit in Langenselbold.

          Vor zehn Jahren gab es in Hanau den ersten größeren Stellenabbau. Damals gingen nach Umstrukturierungen rund 100 Stellen verloren. Da auch zahlreiche Teilzeitarbeitsplätze darunter waren, überstieg die Zahl der Betroffenen diese Marge.

          Die Firma Schwab wurde 1954 von dem Kaufmann Friedrich Schwab in Hanau gegründet. Seit 1976 gehört sie der internationalen Otto-Gruppe an. Das Kerngeschäft besteht bis heute im Versandhandel für Mode, Technik- und Haushaltsprodukte. Bekannt ist Schwab auch für sein Modelabel Sheego, über das seit dem Jahr 2009 Damenmode in den Konfektionsgrößen 44 bis 58 vertrieben wird. 2014 übernahm Schwab eine 13.000 Quadratmeter große Logistikhalle in Langenselbold vornehmlich für seine Hängekonfektion und die Bearbeitung der Sheego-Produkte. Die Halle wurde auch von dem Spielzeug-Online-Händler MyToys genutzt, ebenfalls ein Unternehmen der Otto-Gruppe.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die israelische Siedlung Migron in der Westbank

          Israel und Palästina : Die Besetzung bleibt rechtswidrig

          Zumindest für den UN-Sicherheitsrat ist die Sache klar: Der Bau israelischer Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten bleibt völkerrechtswidrig – und Israel ist aufgefordert, alle Siedlungsaktivitäten einzustellen.

          Johnson gegen Corbyn : Kaum Fehler, aber auch keine Vorstöße

          Vor der Wahl in Großbritannien sind Premierminister Johnson und sein Herausforderer Jeremy Corbyn im britischen Fernsehen aufeinandergetroffen. Doch den hohen Erwartungen der Vortage konnte das TV-Duell nicht standhalten.
          Mann des Abends: Serge Gnabry

          6:1 gegen Nordirland : Deutsches Schaulaufen zum Gruppensieg

          Zum Abschluss bereitet die EM-Qualifikation doch noch unbeschwerte Freude: Gegen Nordirland gibt es einen 6:1-Sieg. Gnabry trifft dreimal, Goretzka zweimal. Zur Belohnung gibt es im Sommer drei EM-Heimspiele.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.