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Echtzeitspiel „Battue 8192“ : Kopfgeldjagd für Jedermann

Freunde aus Jugendtagen in Flörsheim: Jens Wollstädter, Frederic Lanz und Tobias Luger (von links) Bild: Wolfgang Eilmes

Es ist Mittagszeit in einem Frankfurter Einkaufszentrum. In all dem Gewusel könnte die Zielperson sein, die es zu jagen gilt – und die gleichzeitig der Jäger ist. So ist es in „Battue 8192“.

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          Das hier könnte ein guter Ort sein für die Kopfgeldjagd. Es ist Mittagszeit im Frankfurter Einkaufszentrum Skyline Plaza, Hunderte von Menschen versorgen sich auf dem Foodcourt mit Burgern, Pizza, Nasi Goreng. Die meisten sind einander unbekannt. Doch in all dem Gewusel, unter den vielen Gästen könnte die Zielperson sein, die es zu jagen gilt – und die gleichzeitig der Jäger ist. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Frederic Lanz sitzt in dem Einkaufszentrum und erklärt die Idee, mit der er und zwei Freunde nächste Woche an den Markt gehen werden, und eines dürfte sicher sein: Sie wird für Aufsehen sorgen. Denn bei „Battue 8192“ geht es darum, dass sich die Spieler in 13 Spielrunden jeweils in Eins-zu-Eins-Duellen gegenseitig jagen. 8192 Spieler erhalten, unterstützt durch eine App, den Auftrag, einen anderen Mitspieler aufzuspüren. Die Teilnehmer erhalten jeweils ein Foto, den Namen, das Alter und die Größe des Gejagten. Jeder Einzelne wird von diesem Moment an selbst zur Zielperson. Am Ende gewinnt derjenige, der von seinem Gegner als erstes ein Foto macht – ob im Einkaufszentrum, im Park oder bei einem Konzert. Nur die private und berufliche Adresse sind für die Jagd tabu.

          Nervenkitzel im Alltag

          Lanz glaubt, mit diesem Spiel, einer Art Pokémon Go für Erwachsene, in eine Lücke zu stoßen. „Viele Menschen sehnen sich in ihrem Alltag nach einem Nervenkitzel“, sagt er. Mit der Anmeldung bei Battue werde dieses Bedürfnis nach Abenteuer gestillt. Das ist allerdings nicht ganz billig. 189 Euro kostet die Basis-Variante, die aber einen Nachteil hat: Sie enthält nur eine GPS-Ortung des Gegners. Premium-Mitglieder zahlen 389 Euro und bekommen zehn Ortungen – im direkten Duell könnte aber die Möglichkeit, den Aufenthaltsort des Kontrahenten angezeigt zu bekommen, ein entscheidender Vorteil sein. Schließlich erhält am Ende nur ein Spieler die Siegprämie in Höhe von einer Million Euro.

          Jede Runde dauert zwischen drei und dreißig Tagen, die Gegner werden anhand von Postleitzahlen einander zugelost – im späteren Stadium des Spiels werden Reisen in andere Städte unerlässlich sein, um den Gegner möglichst schnell aufzuspüren und ihn mithilfe eines Fotos zu eliminieren.

          Eliminieren? Lanz wählt absichtlich teils martialische Worte, um das neue Spiel zu beschreiben, spricht von Auftragskillern und Menschenjägern. „Natürlich ist das auch eine kleine Provokation“, sagt er, und meint nicht nur das Spiel an sich, sondern auch die reizvolle Summe am Ende. Hinter „Battue 8192“ stehen neben Lanz noch Tobias Luger und Jens Wollstädter – die Drei sind Freunde aus Jugendtagen in Flörsheim im Main-Taunus-Kreis und inzwischen Gründer des Start-ups Thinqpool, das hinter dem Spiel steht. „Wir wollen den Alltag der Teilnehmenden aufbrechen, die Sinne schärfen und so ein bewussteres Lebensgefühl vermitteln“, sagt Lanz. Die Anmeldung ist vom 19. September an freigeschaltet. Dann kann die Jagd beginnen.

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