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Zwischen Mainz und Frankfurt : Groß-Gerau ist die Hochburg für Handkäs’ und Zahnpasta

  • -Aktualisiert am

Das historische Rathaus ist ein Wahrzeichen von Groß Gerau. Bild: Lucas Bäuml

Gerade kämpft Groß-Gerau mit Inzidenzen und Ausgangssperren, viel lieber beschäftigt man sich in der ländliche gebliebenen Kreisstadt mit Handkäs’, Gutscheinen und Zahnpasta.

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          Hätte ihn nicht schon das Land Hessen für sich reklamiert, so könnte sich auch die südhessische Kreisstadt mit dem Slogan „An Groß-Gerau führt kein Weg vorbei“ schmücken. Er träfe selbstverständlich auf die Lage zwischen Frankfurt, Mainz und Darmstadt zu, von dieser Stadt aus sind alle Verkehrswege an Land, zu Wasser und in der Luft nahe. Aber sogar wer sich mit regionaler Küche beschäftigt, stößt auf die Südhessen: In Groß-Gerau steht die älteste Sauermilchkäserei des Landes. Die familienbetriebene Käserei Horst entstand 1862 und liefert bis heute den für Hessen und Rheinhessen unentbehrlichen Handkäs. Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es gar 26 Handkäs-Produzenten in der Stadt, ihre deftigen Käsetaler verkauften sie nach Mainz, Darmstadt und Frankfurt. Da war das Städtchen, das heute 16000 Einwohner in der Kernstadt und in der Summe mit den Ortsteilen Berkach, Dornberg, Dornheim und Wallerstädten 25.500 Einwohner zählt, schon nicht mehr unbedeutend.

          Stolzes Zentrum

          Inga Janović
          (ing.), Rhein-Main-Zeitung, Wirtschaft

          Zu Römerzeiten gab es am heutigen Standort eine Siedlung, günstig gelegen an der Straße nach Mainz. Das Jahr 910 gilt als Gründungsdatum, in den Urkunden wird ein Markt erwähnt, 1398 erhält man die Stadtrechte, und 1832 wird Groß-Gerau zur Kreisstadt erklärt. Heute trägt der Ort noch einige Titel mehr, die Bürgermeister Erhard Walther (CDU) nicht ohne Stolz aufzählt: Seine Stadt sei das einzige Mittelzentrum im südlichen Teil des Landkreises, außerdem habe sie zum dritten Mal das IHK-Zertifikat „Ausgezeichneter Wohnort für Fachkräfte“ verteidigt. Und man mache auch keinen Fehler, wenn man Groß-Gerau als ländliche Kommune bezeichne. „Das wollen wir sein, in fünf Minuten ist man von hier aus in der Kulturlandschaft.“

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