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Trotz Aus für Chemiebetriebe : Frankfurt-Griesheim bleibt Industriestandort

Bald ohne Allessa und Welychem: Industriepark Griesheim Bild: Frank Röth

In den letzten Chemiebetrieben im Industriepark Frankfurt-Griesheim gehen bald die Lichter aus. Dennoch bleibt das Werk ein Standort für die Industrie. Störfallbetriebe inklusive. Das engt den stadtplanerischen Spielraum ein.

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          Die Grünen im Frankfurter Rathaus „begrüßen“ das angekündigte Aus für die Betriebe zweier Chemiefirmen im Industriepark Griesheim. Das stand leider zu erwarten, ist aber ohnehin von geringer Tragweite. Die Nachricht des Tages zu dem absehbaren Ende der chemischen Produktion an diesem Standort nach 163 Jahren kommt nämlich aus dem Chemieunternehmen Clariant. Als Eigentümer des Geländes sieht der Konzern den Industriepark „langfristig“ als Industrie- und Gewerbestandort an.

          Diese Aussage ist aus einem ganz einfachen Grund wichtig: Frankfurt mangelt es schon jetzt an Industrieflächen. Nicht ohne Grund hat die Stadt in der jüngeren Vergangenheit mittelständische Industriebetriebe an das Umland verloren.

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          Nun ist Industrie nicht gleich Industrie. Das zeigt sich an jenen vier Betrieben, die Weylchem schließen wird. Sie gelten als Störfallbetriebe. Von ihnen geht ein größeres Risiko für Umwelt und Menschen aus als etwa von einer Maschinenfabrik. Gleiches gilt für das Lager von Infraserv Logistics, in dem sich Produkte von Weylchem und der Schwesterfirma Allessa befinden. Wer nun annimmt, durch die Schließung der Produktionsbetriebe würde das Lager überflüssig, der täuscht sich. Infraserv hält an diesem Lagerstandort ausdrücklich fest – mit dem Hinweis auf den Bedarf an Lagerflächen für Gefahrstoffe in Rhein-Main.

          Dies alles dämpft die aufkeimende Hoffnung bei den Grünen auf den Bau neuer Wohnungen oder einer dringend benötigten Schule in der Nähe des Industrieparks. Denn im Umkreis von 500 Metern um das Gelände dürfen solche Bauvorhaben wegen der Störfallbetriebe nicht verwirklicht werden. Zu bedenken ist dabei Folgendes: Das für Griesheim in Rede stehende große Reservekraftwerk wäre laut Regierungspräsidium Darmstadt auch ein Störfallbetrieb. Mithin spricht derzeit nicht viel für einen erweiterten stadtplanerischen Spielraum an der Stroofstraße.

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          Dessen ungeachtet bekennt sich außer Clariant auch die Frankfurter CDU als Koalitionspartner von SPD und Grünen zu dem dortigen Areal als Heimstatt für Industriebetriebe. Das Gleiche gilt für die Sozialdemokraten. Überdies fixiert der Masterplan Industrie die Rolle des einstigen Hoechst-Werks. Anders gesagt: Griesheim bleibt Industriestandort.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

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