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Glücksspiel : Verdi: Internet-Spielbanken gefährden Zukunft der Croupiers

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Die Verbreitung von Internet-Spielbanken gefährdet nach Meinung der Gewerkschaft Verdi den Berufsstand des Croupiers. Croupiers leben allein vom Trinkgeld. Das Wiesbadener Spielcasino betreibt bisher das einzige legale Internet-Roulette in Deutschland.

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          Die zunehmende Verbreitung von Internet-Spielbanken gefährdet nach Meinung der Gewerkschaft Verdi den gesamten Berufsstand des Croupiers. Croupiers lebten allein vom Trinkgeld, sagte der Vorsitzende des Bundesarbeitskreises Spielbanken der Gewerkschaft, Horst Jaguttis, am Dienstag in Wiesbaden. Auf den Homepages beim Internet-Glücksspiel gebe es zwar ein „Trinkgeld-Feld“. Dies werde aber oft nicht benutzt.

          Vor allem das Fehlen des persönlichen Kontakts zwischen Spieler und Croupier führe dazu, daß per Mausklick weniger Trinkgeld gegeben werde, erklärte der Betriebsratsvorsitzende der Spielbank Wiesbaden, Rolf Schmid. Außerdem bestehe die Gefahr, daß Spieler sich künftig den Weg in die Spielbank sparten und nur noch von zu Hause aus ihr Glück versuchten. Für die rund 3.500 Croupiers in Deutschland bedeute das erhebliche Einkommenseinbußen.

          Zahlreiche ausländische Glücksspiel-Angebote

          Das Wiesbadener Spielcasino betreibt bisher nach Verdi-Angaben das einzige legale Internet-Roulette in Deutschland. Aus dem Ausland gibt es aber zahlreiche andere Glücksspiel-Angebote im Netz. Außerdem sind laut Gewerkschaft auch andere deutsche Casinos an dem Geschäft interessiert.

          Zudem bauten viele Spielbanken das traditionellen „große Spiel“ mit Roulette und Kartenspielen ab und beschränkten sich auf das Automatengeschäft, kritisierte Jaguttis. Dadurch sei „das Exotische und Prickelnde“ der Spielbanken verloren gegangen. Der Arbeitskreis fordert von den Casinobetreibern der rund 80 Spielbanken in Deutschland ein klares Bekenntnis zum klassischen Spiel, kombiniert mit Gastronomie- und Unterhaltungsangeboten. So sollen auch Nicht- Spieler in die Casinos gelockt werden.

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