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Euromicron-Aktie haussiert : Schlagartig gefragter Gebäude-Digitalisierer

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Hochtechnologie: Sichtkontrolle der Leiterplatten unter UV-Licht bei Funkwerk, abgelichtet im August 2013. Die Firma will sich an Euromicron beteiligen Bild: dpa

Euromicron aus Frankfurt gewinnt Funkwerk als Partner. Die ziemlich aus dem Blick geratene Aktie des Gebäude-Digitalisierers haussiert angesichts dieser Nachricht. Analysten sehen viel Kurspotential.

          Innerhalb von nur zwei Stunden mehr als ein Zehntel an Wert zuzulegen, erregt auch an guten Tagen an der Börse einiges Aufsehen. Solch ein Satz nach oben ist der Aktie von Euromircon in einer Woche gelungen, in der nicht gerade Handelsfreude auf dem Parkett herrschte. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt dürfte nur Kennern der Branche ein Begriff sein. Die Aktiengesellschaft hat sich auf digitale Gebäudeausrüstung spezialisiert und stattet etwa Rechenzentren aus, die Frankfurter Boombranche schlechthin. Nicht aber aus diesem Grund schoss die Aktie um bis zu 16,2 Prozent nach oben. Grund war vielmehr die Nachricht, die ebenfalls börsennotierte Funkwerk AG aus dem thüringischen Kölleda beteilige sich an Euromicron. Funkwerk beliefert Bahn- und Industrieunternehmen mit Informations- und Kommunikationstechnik.

          Euromicron unterhält in Rhein-Main zwei Standorte. In Neu-Isenburg sitzt die Verwaltung für das Deutschlandgeschäft mit etwa 80 Beschäftigten. Der Vorstand residiert in Sachsenhausen.

          Aktie außergewöhnlich rege gehandelt

          Der starke Kursgewinn ist von einem überaus regen Handel begleitet worden. Im Laufe des Tages gingen alleine im Computerhandel auf Xetra Anteile für mehr als 200.000 Euro um. Gemeinhin wird die Euromicron-Aktie nur wenig gehandelt. In den fünf Tagen zuvor lag das durchschnittliche Handelsvolumen jeweils bei 11.000 Euro.

          Die Beteiligung an Euromicron soll dem Ziel einer strategischen Partnerschaft dienen, wie Funkwerk wissen ließ. Das Unternehmen wolle auch sein Leistungsportfolio im Kundenverhältnis stärken und neue Abnehmer gewinnen, vor allem in den Segmenten Digitale Gebäudetechnik und Kritische Infrastruktur. Letzteres schließt unter anderem Anlagen für Telekommunikation, Energie- und Wasserversorgung sowie Gesundheitseinrichtungen, Rettungswesen und Finanzdienstleister ein.

          Analysten sehen viel Kurspotential

          Die Aktie war vor Jahren im TecDax gelistet, nach der Aufnahme in den Index ging es aber bergab. Seitdem ist der Kurs von mehr als 20 Euro auf weniger als vier Euro gesunken. Umgekehrt ist die Funkwerk-Aktie seit Mitte 2014 von etwa zwei Euro auf 18 Euro gestiegen. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,8 ist das Papier sportlich bewertet.

          Euromicron hat im ersten Quartal einen Verlust von fast zwei Millionen Euro geschrieben, sich jedoch binnen Jahresfrist klar verbessert. Obwohl Euromicron in keinem namhaften Index mehr gelistet ist, beobachten und bewerten einige auf Nebenwerte spezialisierte Analysten das Unternehmen. Pareto Securities traut Euromicron eine Rückkehr zur nachhaltigen Profitabilität zu. Das Haus empfiehlt die Aktie mit Kursziel 6,80 Euro zum Kauf. GBC Research votiert auch mit Kaufen und taxiert den fairen Wert auf 6,90 Euro. Solventis sieht sie aufgrund des im ersten Quartal verbesserten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit 7,50 Euro als gut bezahlt an. Aus diesem Vorgaben errechnet sich ein Kurspotential von 86 Prozent. Mit seinem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,1 ist das Papier nicht teuer.

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