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Früherer Opel-Chefdesigner : Der Schöpfer ist tot, seine Legenden leben weiter

40 Jahre lang ein Teil von Opel: Kult-Designer Erhard Schnell Bild: Opel

Er gilt als Vater des legendären Opel GT. Doch hat sich Erhard Schnell in diesem Fall selbst als Sohn begriffen. Weggefährten preisen ihn, der am Wochenende im Alter von 92 Jahren gestorben ist, als genialen Designer.

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          Zum 90. Geburtstag haben sie Erhard Schnell in Rüsselsheim ein Denkmal gesetzt. Keines aus Marmor oder Granit, vielmehr eines aus Papier mit festem Einwand und aufwendig gestaltet. Auf den 304 Seiten finden sich 445 Fotos. Das Buch heißt „GT Love“ und stellt den Opel GT in den Mittelpunkt. Also jenen kleinen Sportwagen, mit dem sich die Marke mit dem Blitz ehedem den Ruf eines Herstellers aufregender Autos erwarb. Als Vater des GT gilt Erhard Schnell, seinerzeit Opel-Designer.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch hat sich der Vater selbst als Sohn des Autos begriffen, wie er in einem Interview für das Buch gesagt hat: „Der Vater war mein Chef, Clare MacKichan.“ MacKichan habe das Projekt angestoßen, nachdem er von der damaligen Konzernmutter General Motors in Detroit nach Rüsselsheim gekommen sei. Heraus kam ein windschnittiges Fahrzeug mit Klappscheinwerfern und einem Coke-Bottle-Design, wie Schnell es nannte.

          Calibra und Corsa ersonnen

          Der GT sollte nicht das einzige Modell bleiben, das der Absolvent der Offenbacher Werkkunstschule und spätere Chefdesigner prägen sollte. Der Designer, der 1952 als „Entwerfer“ in Rüsselsheim angefangen hatte, ersann auch den ebenfalls sportlichen Calibra, den Rekord C und den Manta A.

          Unverwechselbar und kultig: Opel Manta

          „Er war ein genialer Designer, der immer die Nase im Trendwind gehabt und selbst Trends gesetzt hat“, sagt der langjährige Chef des Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz. Mit dem GT sei ihm „durchaus eine Legende“ gelungen. Auf der anderen Seite habe er in Gestalt des Corsa ein Auto für einfache Leute entworfen. Schnell sei ein bodenständiger Mann gewesen und habe anders als andere große Designer nicht in einer Großstadt gelebt, sondern im überschaubaren Trebur.

          „Immer charmant und witzig“

          „Erhard Schnell war ein ganz Großer unter den Automobil-Designern“, würdigt Harald Hamprecht, Chefkommunikator von Opel und Mitautor von „GT Love“, den Verstorbenen. Als Frankfurter Bub sei Schnell immer charmant und witzig gewesen. 1992 ging Schnell demnach nicht in Pension, sondern in den Unruhestand.

          Auch zu Hause ließ er nicht vom Zeichenstift oder den Aquarellfarben. „Ich habe meine Arbeit einfach mit nach Hause genommen“, sagte er 2014. Am Wochenende ist Schnell gestorben; er wurde 92 Jahre alt.

          Erhard Schnells erfolgreichstes Design: der Sportwagen Opel GT

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