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Luftfahrt : Fraport sucht Wachstum im Osten

Bild: F.A.Z.

In China herrscht in der Luftfahrtbranche Goldgräberstimmung, die Wachstumsaussichten sind enorm. Das birgt auch Chancen für den Flughafenbetreiber Fraport, der sich am Flughafen der Millionenstadt Xi'an beteiligt.

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          Sich an schönen Dingen zu freuen hilft, weniger schöne zu ertragen: Im Vorstand des Flughafenbetreibers Fraport AG dürfte die Aussicht auf ein erfolgreiches Engagement in China den Ärger über Kapazitätsengpässe der Frankfurter Mutter aller Fraport-Flughäfen und die schier unendliche Geschichte ihres Ausbaus zumindest lindern. Die Beteiligung am Flughafen der chinesischen Millionenstadt Xi’an mit 24,5 Prozent ist praktisch vollzogen. Lediglich das Placet der chinesischen Behörden steht noch aus – doch das gilt als Formalität.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Die Wachstumsaussichten dort sind enorm: Im vergangenen Jahr zählte der Flughafen Xi’an rund 9,4 Millionen Passagiere, im laufenden Jahr sollen es rund elf Millionen werden. In ganz China waren es im vergangenen Jahr 160 Millionen Passagiere, bis 2010 werden es Schätzungen der chinesische Luftfahrtbehörde zufolge 270 Millionen sein. Allein die EU rechnet bis 2010 mit 100 Millionen chinesischen Gästen, die per Flugzeug kommen.

          Investitionen in China und Indien

          Dass Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender dem Einstieg in Xi’an gerne weitere Beteiligungen auf dem chinesischen Markt folgen lassen will, ist also leicht zu verstehen. Was China betrifft, herrscht in der Luftfahrtbranche Goldgräberstimmung, denn der Bedarf schnellt mit den Passagierzahlen in die Höhe: Chinas Luftverkehrsinfrastruktur gilt in der Branche im Vergleich zu anderen Schwellenländern wie Indien als unterentwickelt. Bis 2010 sollen rund 50 neue Flughäfen entstehen. Dann verfügte China über rund 190. Und Fraport rechnet sich Chancen aus, am Schließen dieser Lücke tatkräftig und ertragreich mitwirken zu dürfen.

          Der Flughafenbetreiber ist nicht das einzige Aviation-Unternehmen aus der Region Rhein-Main, das in China aktiv ist. Die Frankfurter Frachttochter von Lufthansa – die Lufthansa Cargo AG – ist schon seit 2004 zu einem Viertel an der chinesischen Frachtfluggesellschaft Jade Cargo International beteiligt, die seit 2006 am Markt ist. Außerdem sind die Frankfurter Cargoflieger Miteigentümer eines neuen Luftfrachtzentrums im südchinesischen Shenzhen.

          Andrea Pal, bei Fraport zuständig für Akquisitionen und Beteiligungen, sieht den Schwerpunkt des Interesses zur Zeit klar im Osten: vor allem in China und Indien, aber auch in Osteuropa. Eben da, wo der Luftverkehr besonders kraftvoll wächst. In jeden Fall sei bei solchen Geschäften Durchhaltevermögen gefragt, sagt sie. Manchmal sei ein Vertrag in weniger als zwölf Monaten abgeschlossen, bisweilen dauere es Jahre.

          Engagement in der Türkei

          Zähigkeit ist manchmal auch bei laufenden Geschäften gefragt: Im türkischen Ferienort Antalya ist es Fraport gerade gelungen, den Streit um ein zweites konkurrierendes Terminal beizulegen, mit dessen Eröffnung die Passagierzahlen am Fraport-Terminal in Antalya um fast 60 Prozent einbrachen und die Konzernzahlen drückten. Nun werden die Frankfurter zusammen mit dem türkischen Bau- und Immobilienkonzern IC beide internationalen Terminals und das nationale Terminal betreiben, der Vertrag läuft bis 2024. Das Konsortium wird für das Betreiberrecht 2,4 Milliarden Euro zahlen.

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