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Razzia wegen Senegal-Projekt : Fraport-Mitarbeiter unter Korruptionsverdacht

Im Blickpunkt: Razzia beim Flughafenbetreiber Fraport. (Archivbild) Bild: dpa

Mehrere Fraport-Mitarbeiter werden der Bestechung von Amtsträgern beschuldigt. Im Blickpunkt: Ein Minister aus Senegal und der Flughafen der neue Hauptstadt Dakar, den Fraport ursprünglich managen sollte.

          Die Frankfurter Staatsanwaltschaft und die Polizei haben gestern die Konzernzentrale des Flughafenbetreibers Fraport AG wegen Korruptionsverdachts durchsucht. Auch in den Wohnungen einiger der fünf Beschuldigten forschte die Justiz nach möglichen Beweismitteln, wie die Sprecherin der Strafverfolgungsbehörde, Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, auf Anfrage mitteilte. Fraport-Vorstandsmitglieder stehen demnach nicht in Verdacht, aber einige leitende Mitarbeiter. Festgenommen wurde niemand.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ermittelt wird wegen des Vorwurfs der Bestechung eines Amtsträgers im internationalen Geschäftsverkehr: Ein Minister im Senegal soll im Zusammenhang mit dem Fraport-Engagement am Flughafen in Dakar bestochen worden sein. Möglicher Tatzeitraum sind die Jahre 2006 bis 2012. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen dem Politiker Anteile dafür versprochen worden sein, dass er das Engagement der Frankfurter fördere. Die Beschuldigung geht auf eine schon vor längerer Zeit eingegangenen anonymen Anzeige zurück. Die Angaben hätten zunächst durch aufwendige Rechtshilfeersuchen und Finanzermittlungen überprüft werden müssen, sagte die Oberstaatsanwältin.

          Ein Sprecher von Fraport sagte gestern auf Anfrage, man kooperiere mit den Behörden in vollem Umfang. Weitere Angaben wollte er mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen, fügte aber hinzu, dass Fraport keine Anteile an dem Flughafen in der senegalesischen Hauptstadt besitze. Medienberichten zufolge wird Fraport den kurz vor der Eröffnung stehenden Flughafen in Dakar aufgrund eines Management-Vertrags betreiben.

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