https://www.faz.net/-gzg-97bg0

Messe Land & Genuss : Frankfurts größter Bauernhof mit Bio-Ecke

Durchblick: Bei der Land & Genuss ist moderne Landwirtschaft auch virtuell zu erleben Bild: Helmut Fricke

Urban Beekeeping und Leckereien aus hessischen Regionen inklusive: Die DLG lädt am Wochenende in Frankfurt zum siebten Male zur Verbrauchermesse Land & Genuss.

          Wie fühlt sich das Fell eines Schafs an? Wie riecht ein Schwein? Was unterscheidet Fleckvieh von Rotbunten? Warum trägt ein Bulldog als Inbegriff des Traktors hierzulande ausgerechnet diesen Namen? Wer Fragen wie diese hat, der kann sie am nächsten Wochenende auf dem Frankfurter Messegelände stellen – und eine kompetente Antwort an Ort und Stelle erwarten. Von Freitag Vormittag an läuft dort zweieinhalb Tage lang zum siebten Mal die Verbrauchermesse Land&Genuss.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Damit es nicht das verflixte siebte Jahr wird, setzt die in Frankfurt-Rödelheim ansässige Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) als Veranstalter zum einen auf bewährte Angebote. Dazu gehören Stände mit deftigen und feinen Leckereien aus verschiedenen Regionen in Hessen und im Ausland ebenso wie die Erlebniswelt „Raus aufs Land“, Koch-Shows unter anderem mit Eintracht-Legende Charly Körbel, das Schweinemobil und historische Landmaschinen wie auch Hightech-Geräte. Kunst-Euter nicht zu vergessen, an denen Große wie Kleine sich im Melken üben können. Darüber hinaus lobt die DLG erstmals einen Preis für Weine aus. Aus 100 edlen Tropfen hat eine Jury die besten Fünf ausgewählt, die auf der Messe bekannt gegeben werden.

          Urban Beekeeping neu dabei

          Besonderes Augenmerk gilt dieses Mal der Bio-Landwirtschaft. „Chancen für Bio in Hessen“ werden am Samstag von 14.30 Uhr in einer Diskussion ausgelotet, zu der unter anderem der Bioschweine-Halter Christoph Förster vom Gut Marienborn bei Büdingen und Andrea Schürgers von der Vereinigung Ökologischer Landbau ihre Erfahrungen beisteuern.

          Ein weiterer Schwerpunkt werden die Bienen sein und das Imkern in der Stadt, neudeutsch Urban Beekeeping genannt. Außerdem ist das Umweltamt der Stadt präsent und informiert, wie die Bürger selbst für ein besseres Klima sorgen können. Rund 350 Aussteller werden auf der Messe vertreten sein, ein Fünftel mehr als vor einem Jahr.

          Öffnen

          Wie schon in den vergangenen Jahren soll die Genuss-Messe Frankfurts größter Bauernhof sein und Spielern aus der Landwirtschaft eine Plattform bieten. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, arbeitet die DLG etwa wieder mit dem Frankfurter Landwirtschaftlichen Verein zusammen. Bauern aus seinen Reihen werden wieder zahlreiche Kindergarten- und Schülergruppen an die Hand nehmen. 50 Gruppen mit 800 Mädchen und Jungen sind eingeladen, mehr schaffen die Landwirte nicht. Das soll helfen, der Landwirtschaft häufig entwöhnten Stadtkindern das bäuerliche Dasein näherzubringen. „Viele Kinder haben zwar im Exotarium eines Zoos schon Reptilien gesehen, aber noch nie eine Kuh oder einen Bauernhof“, so DLG-Hauptgeschäftsführer Reinhard Grandke. Zudem werden die Bauern auch älteren Besuchern Rede und Antwort stehen.

          DLG will Brücken bauen

          Grandke sieht die Landwirte als Gesichter hinter der Produktion und als Botschafter ihres Berufsstandes an. Die Genuss-Messe solle das Potential und die Breite der Landwirtschaft in der Region zwischen Gießen und Darmstadt, Mainz und Aschaffenburg darstellen. Dabei sei sie offen für Diskussionen, hebt Grandke hervor. Das zeige die Einbindung von 16 Partnern aus der Bio-Landwirtschaft einschließlich des Frankfurter Forschungsinstituts für biologischen Landbau.

          Die siebte Auflage der Genuss-Messe kommt in einer Zeit, in der sich Bauern zum Teil sehr grundsätzlicher Kritik an ihrer Arbeit ausgesetzt sehen. Manch ein Kritiker stellt gar die Milchwirtschaft an sich in Frage. Nach dem Motto: Der Mensch trinkt den Kälbchen die Milch weg. Der DLG geht es demgegenüber ums Brückenbauen.

           

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Aktuell gibt es in Deutschland nur einen Bruchteil der bis 2020 anvisierten 100.000 Ladestellen.

          Elektromobilität : Strom-Tankstellen auf Staatskosten

          Im Kanzleramt findet gerade ein Autogipfel statt. Ein Thema: Elektro-Autos. Sie sind für die Industrie das nächste Milliardengeschäft. Doch die Ladesäulen soll der Staat bezahlen – mit bis zu einer Milliarde Euro. Aber muss das sein?
          Der Europarat in Straßburg

          Stimmrecht im Europarat : Die Russen sind schon in der Stadt

          Ein Akt der Verzweiflung in 220 Teilen: Wie die Ukraine versucht, in letzter Minute die Aufhebung der Sanktionen gegen die russischen Abgeordneten in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zu verhindern.

          FAZ Plus Artikel: CDU und AfD : Noch nicht mal zum Kaffeeplausch

          Die Union will sich stärker von der AfD abgrenzen und fasste einen Beschluss, in dem sie die Ermordung Walter Lübckes mit dem Handeln der AfD in Zusammenhang bringt – steht nun ihre Beziehung zu den Sicherheitsbehörden auf dem Spiel?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.