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Frankfurter Techquartier : Mit Handy, Laptop und Netzwerk gegen den Krieg

  • -Aktualisiert am

Rastlose Unterstützerinnen: Olga Hamama (rechts) und Nina Levchuk kämpfen auf ihre Weise für die Rettung der Ukraine. Bild: Michael Braunschädel

Die Juristin und Unternehmerin Olga Hamama wollte in Frankfurt eine Investitionsplattform für mehr Nachhaltigkeit im Sport gründen. Dann überfiel Russland ihre Heimat und sie verschrieb sich der Verteidigung – auf ihre Weise.

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          Am 24. Februar 2022 war Olga Hamama schon wach, bevor die ersten russischen Raketen auf ukrainischem Boden einschlugen. Hamamas Mutter hatte einen Krankenhaustermin in Freiburg, um vier Uhr morgens fuhren sie in Frankfurt los. „Gegen fünf Uhr morgens haben wir Anrufe von Verwandten bekommen, dass die Städte bombardiert werden“, sagt die 40 Jahre alte Ukrainerin. Sie saß im Auto, auf dem Handy die Anrufe und Nachrichten, zwischen den Händen das Steuer. Und sie musste weiterfahren, noch zwei Stunden. „Ich bin im Kopf schnell in den Modus übergegangen: Wir müssen etwas machen. Ich wusste sofort, das war mehr als nur eine bloße Drohung.“

          Kim Maurus
          Volontärin.

          73 Tage später steht Olga Hamama im Kongresscenter der Messe Frankfurt. Es ist Muttertag, die Sonne scheint. Drinnen findet der Aktionstag „Leuchtturm Ukraine“ statt. An Ständen stehen Initiativen und weisen auf ihre Hilfsangebote für Geflüchtete aus der Ukraine hin, es gibt kostenloses Wasser und Kaffee, in einem Nebenraum stapeln sich Traubenzucker und Kuscheltiere. Kinder toben herum, Jugendliche packen Spielzeug aus. Hamama läuft durch die Räume, schaut nach dem Rechten. Alle paar Meter wird sie angehalten. Wer sie begrüßt, umarmt sie. Dann wird es hektisch. Der Generalkonsul der Ukraine in Frankfurt, der gleich auf der Bühne reden soll, fällt unerwartet aus. Hamama tippt auf ihrem Handy rum, telefoniert, tippt wieder. „Optimistisch bleiben“, sagt sie. 20 Minuten später steht ein Vertreter des Konsuls auf der Bühne.

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