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Zunahme an Arbeitsstunden : Frankfurter sind besonders fleißig

Überdurchschnittlicher Einsatz: In Frankfurt wird mehr gearbeitet als im Rest von Hessen. Bild: Wolfgang Eilmes

Zumindest bezüglich der Stundenzahl sind die Frankfurter so eifrig wie niemand sonst in Hessen: In der Metropole wird länger gearbeitet als andernorts. Im Rheingau-Taunus-Kreis geht es womöglich gemütlicher zu.

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          Nirgendwo in Hessen wird so viel gearbeitet wie in Frankfurt. Nach einer neuen Statistik hat in der Mainmetropole jeder Erwerbstätige im Jahr 2018 1435 Stunden gearbeitet, während es im Durchschnitt Hessens nur 1392 Stunden waren. Die niedrigsten Werte im Rhein-Main-Gebiet ergaben sich mit jeweils 1353 Stunden im Rheingau-Taunus-Kreis und im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Allerdings können die Unterschiede einen profanen Grund im unterschiedlichen Anteil an Teilzeitbeschäftigten in den verschiedenen Gebietskörperschaften haben.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Blickt man weiter zurück, so zeigt sich, dass die Hessen in ihrer Gesamtheit immer fleißiger geworden sind. Im Jahr 2010, als nach der Finanzkrise der lange Aufschwung begann, arbeiteten sie den Statistikern zufolge zusammen 4,537 Milliarden Stunden, im vergangenen Jahr waren es 4,899 Milliarden. Das ist ein Plus von 8,0 Prozent. Damit lagen die Hessen leicht über dem Bundesschnitt.

          Echte Mehrarbeit

          Im Plus der Arbeitsstunden spiegelt sich die Zunahme der Erwerbstätigen; ihre Zahl wuchs innerhalb eines Jahrzehnts in Hessen um elf Prozent, im Bundesschnitt um zehn Prozent. Dass diese Zahlen in beiden Fällen höher liegen als das Plus bei den Arbeitsstunden, zeigt, dass die Bedeutung von Teilzeitarbeit wuchs. Andererseits lässt sich am Plus der Stunden auch ablesen, dass das Mehr an Erwerbstätigen keineswegs ausschließlich durch die Aufteilung von Arbeitsplätzen erreicht worden ist, wie eine Zeitlang behauptet wurde. Es ist echte Mehrarbeit entstanden.

          Das Bild bestätigt sich, wenn man den längeren Zeitraum vom Jahr 2000 bis 2019 in den Blick nimmt: In diesen 20 Jahren stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Hessen um 14 Prozent, die der Arbeitsstunden um 7 Prozent – im Bund waren es 13 Prozent mehr Erwerbstätige und 7 Prozent mehr Stunden.

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